Es ist nicht mal einen Monat her. Da verglich Alexander Thamm, Trainer vom SV Horst-Emscher, seine Mannschaft mit dem FC Schalke 04. "Die Profis liegen bei 43 Zählern nach schon 25 Spielen. Verglichen damit, stehen wir auch ganz gut da", sagte er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Damals war der Vergleich nicht unangebracht. Gemeinsam mit Trainerkollege Jens Grembowietz hatte er den SV Horst-Emscher an die Tabellenspitze der Landesliga geführt. Nach 19 Partien hatten die Horster bereits 44 Punkte auf dem Konto.
Doch es dauerte nur fünf Spiele und der Vergleich war dahin. Horst-Emscher gewann in dieser Zeit nur eine Partie, vier davon gingen verloren. Am Wochenende setzte es eine Niederlage gegen den Tabellenletzten, SV Zweckel, den Höhepunkt. "Ich glaube, über Platz eins brauchen wir uns gar nicht mehr unterhalten", sagte Jens Grembowietz, kurz nach der Partie. Ganz will er die Hoffnung zwar nicht aufgeben, es sind immerhin noch acht Spieltage, aber die besten Chancen hat nun der BSV Schüren. Durch einen Sieg gegen die SpVgg Horsthausen übernahm Schüren die Tabellenführung. Das erste Mal in dieser Saison. Denn an 24 von 26 Spieltagen stand Horst-Emscher an der Tabellenspitze. Hinzu kommt, dass die Schürener zwei Spiele weniger haben als der SV.
"Ich glaube, dass die jungen Spieler einfach sehr, sehr viel nachdenken"
Wie es zu diesem Formtief kommen konnte, darüber kann Grembowietz nur mutmaßen. "Wir zollen vielleicht den Tribut für die Hinrunde. Da hatten wir noch unsere Leichtigkeit und Lockerheit", sagt er. Das Trainer-Duo erwartet viel von dem jungen Kader. "Ich glaube, dass die jungen Spieler einfach sehr, sehr viel nachdenken", sagt Grembowietz. Auch wenn er dies nicht als Ausrede gelten lässt.
Der Verein plant ligaunabhängig. Zwar dachte man auch zweigleisig, aber die aktuelle Tendenz macht wenig Hoffnung. Das Trainer-Duo arbeitet nun daran die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. "Wir lassen uns Woche für Woche vieles einfallen, um die Jungs wieder an die Lockerheit und an die Spielfreude zu gewöhnen. Aber Fakt ist, mit viel Reden kann man nicht immer viel erreichen. Die Jungs müssen das auf dem Platz machen", betont Grembowietz. Die nächste Chance bietet sich am Donnerstag. Da spielt der SV Horst-Emscher gegen Schwarz-Weiß Wattenscheid. Der Vergleich mit dem großen Nachbarn Schalke muss bis dahin erst einmal ruhen.