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Maltes Weitblick und die Angst vor Schalker „Rache“
„Stehlen sie uns den Titel?“

Bochum: Maltes Weitblick und die Angst vor Schalker „Rache“
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Es gibt Bundesliga-Profis, zu denen fällt einem spontan mindestens eine Geschichte ein. Marcel Maltritz gehört auch dazu, denn welcher Profi verlängert seinen Vertrag gleich um vier Jahre bei einem Club, der gerade ein Meisterschaftsspiel gegen Bremen mit 0:6 verloren hat? Doch der Magdeburger ist ein Mensch mit Weitblick, mag nicht wegen ein paar Euro mehr von Angebot zu Angebot hecheln, sondern sorgt sich stattdessen lieber für seine Familie um ein intaktes Umfeld. Ehefrau Nicole, Tochter Antonia-Sophie (6 Jahre) und Sohn Lasse (18 Monate) fühlen sich in Bochum wohl und weil das offensichtlich auch für den Familienvorstand gilt, stellt der fest: „Ich kann mir mein Karriereende durchaus beim VfL vorstellen.“

Für einen 28-Jährigen eine bemerkenswerte Aussage und auch wenn er gesteht, dass ihm bei seinen Zukunftsplänen noch mehrere Gedanken durch den Kopf gehen, steht fest: „In Bochum könnte ich sesshaft werden.“

Längst heimisch im Revier: Marcel Maltritz. (Foto: firo)

Ehrliche Worte, denn Malte ist keiner, der in den Verdacht gerät, irgendjemandem nach dem Mund zu reden. Im Gegenteil, der Innenverteidiger trägt sein Herz auf der Zunge, legt sich auch schon einmal mit Fans an, so geschehen, als die Anhänger Theofanis Gekas nach seinen Wechselabsichten auspfiffen, oder als er selbst bei einem Elfmeter beschimpft wurde. Maltritz: „Ungerechtigkeiten lasse ich mir nicht gefallen. Ich erwarte von jedem Ehrlichkeit, Anstand und Respekt, dafür werde ich mich immer vor die Mannschaft stellen.“ Und dann legt er noch einmal nach: „Es kann doch nicht sein, dass man sich nach einem verlorenen Spiel von Minderjährigen bepöbeln lassen muss.“ Doch das gehörte in Bochum eher zur Ausnahme, deshalb denkt Maltritz gerne an die abgelaufene Serie zurück: „Die Aufholjagden gegen Frankfurt und Schalke waren absolute Highlights, daran denkt man auch als langjähriger Profi gerne zurück.“

Obwohl der Defensive in seiner Laufbahn schon fast alles erlebt hat, war er von einer Sache tief beeindruckt: „Wie der Verein an Marcel Koller festgehalten hat, als es nicht so lief, das war ganz stark. Wie alle hinter dem Trainer standen, das ist heute leider nicht mehr alltäglich.“

Bei diesen Sätzen schlägt auch gleich wieder sein Rechtsempfinden durch: „Manche Journalisten sind mir damals ganz schön auf den Keks gegangen, das war meistens nur Polemik.“ Doch Schwamm drüber, denn am Ende stellt Maltritz fest: „Die Saison entwickelte sich zum Selbstläufer.“ So freut er sich schon auf die kommende Aufgaben, allerdings nicht ganz ohne Sorgen: „Wir spielen am drittletzten Spieltag wieder gegen Schalke unter Flutlicht. Ich hoffe nur, dass sie den Spieß nicht umdrehen und uns dann die Meisterschaft verderben.“

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