Die Regionalliga West mutiert in dieser Saison 2024/2025 zur Pleiteliga. Nach dem Aus von Türkspor Dortmund und den Anträgen auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim KFC Uerdingen und dem 1. FC Düren steht der letztgenannte Klub jetzt sogar vor dem vorzeitigen Saison-Aus.
Wie RevierSport am Mittwochnachmittag (26. März) von einem vereinsnahen Informanten erfuhr, soll das kommende Regionalliga-West-Heimspiel am Samstag (29. März, 14 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach II das letzte Spiel für Düren in der 4. Liga sein. Heißt: Vorzeitige Abmeldung vom Spielbetrieb wie bei Türkspor Dortmund.
RS hat Adam Matuschyk, Kapitän und Sportchef der Dürener, mit dieser Information konfrontiert. "Das kann ich so noch nicht bestätigen. Wir haben mit dem Insolvenzverwalter gesprochen und sind einige Szenarien durchgegangen. Zum Beispiel, ob wir mit Arbeitslosengeld weiterspielen würden und trotzdem noch bei der Berufsgenossenschaft versichert wären. Keiner weiß aktuell, wie es weitergeht. Fakt ist, dass wir am Wochenende spielen und dann müssen wir schauen, wie es ab dem 1. April weitergeht. Aber, klar: Rein nach menschlichem Ermessen glaube ich nicht, dass wir in der kommenden Saison weiter in der Regionalliga spielen werden", erklärt Matuschyk.
Eine für alle - Spieler und Verantwortliche, aber auch Liga-Konkurrenten - unglückliche Situation aufgrund der Unwissenheit. Aber am härtesten trifft es natürlich die Spieler und das Trainerteam.
Und trotzdem stelle ich mir oft die Frage, was wäre hier eigentlich mit dieser Mannschaft unter normalen Bedingungen möglich?
Kristopher Fetz
Das betont auch noch einmal Kristopher Fetz, Coach des 1. FC Düren, gegenüber dieser Redaktion: "Wir haben in den letzten zehn Spielen 16 Punkte geholt. Das ist Platz vier in der Liga. Dabei hat noch kein Spieler in diesem Jahr 2025 nur einen Euro an Gehalt überwiesen bekommen. Und wir verdienen hier keine 15.000 oder 20.000 Euro, sondern Gehälter, die nah am Existenzminimum liegen. Da sind die Einstellung der Jungs und die Ergebnisse nicht hoch genug zu bewerten. Das macht mich als Trainer unheimlich stolz."
Fetz ergänzt: "Und trotzdem stelle ich mir oft die Frage, was wäre hier eigentlich mit dieser Mannschaft unter normalen Bedingungen möglich?"
Düren spielt mit 35 Punkten nach 25 Spielen und einem 9. Tabellenplatz eine hervorragende Saison - und das unter solchen Widrigkeiten. Das ist auch ein großer Verdienst von Trainer Fetz!