Mit der 0:3-Pleite in Verl musste Rot-Weiss Essen nach einer bis dato überragenden Rückrunde einen Rückschlag im engen Rennen um den Klassenerhalt in der 3. Liga hinnehmen. Die Konkurrenz im Tabellenkeller könnte vom Ausrutscher der Essener profitieren.
Innenverteidiger Tobias Kraulich äußerte nach der Niederlage deutliche Kritik am Auftritt von RWE: "Als Mannschaft können wir das so nicht angehen auswärts gegen Verl, wenn wir genau wissen, was auf uns zukommt. Da brauchst du körperliche Härte und ein anderes Zweikampfverhalten, weil sonst spielen sie sich in einen Flow und du hast, so hart es klingt, keine Chance. Kein Angriff an einzelne Spieler, ich nehme mich immer mit in die Verlosung, aber du musst in so einem Spiel einfach 90 Minuten online sein."
Umso gespannter schaut der Tabellen-13. nun auf die restlichen Partien des 30. Spieltags. Drei Punkte sind es aktuell auf die Abstiegszone. Immerhin treffen mit Waldhof Mannheim und Borussia Dortmund II zwei Konkurrenten von RWE im direkten Duell aufeinander und nehmen sich so gegenseitig die Punkte weg. Zudem gibt es mit den Partien Stuttgart II gegen Sandhausen sowie Osnabrück gegen 1860 München zwei weitere Kellerduelle.
Wie geht die Mannschaft mit der aktuellen Tabellensituation um? Kraulich: "Im Endeffekt haben wir in den letzten Wochen gut daran getan, auf uns zu schauen. Wir müssen die Punkte sammeln und wissen, wie viele wir ungefähr noch brauchen. Wir wissen auch, dass wir die Qualität haben, gegen Rostock, in Cottbus und zu Hause gegen Aue punkten zu können. Das darf man nach so einem Spiel auf gar keinen Fall vergessen. Jetzt geht es darum, kurz mal den Kopf auszuschalten und dann ab dem ersten Trainingstag in der nächsten Woche wieder online zu sein."
Eine wichtige Rolle im Abstiegskampf spielen auch die Essener Fans. Knapp 1800 RWE-Anhänger nahmen die Reise ins ostwestfälische Verl auf sich und sorgten trotz der dürftigen Vorstellung sowohl während als auch nach der Partie für einen lautstarken Support. "Deutscher Meister RWE!", hallte es zwischenzeitlich von den Rängen.
Kraulich war einmal mehr begeistert von der Unterstützung: "Jedes Mal, wenn ich ein Interview gebe, sage ich, es ist unfassbar. Es ist Freitagabend, die Jungs stehen da, es fällt das 0:2 und sie stimmen hinter uns an. Das ist in dieser Liga absolute Spitze. An ihnen liegt es auf jeden Fall nicht, die unterstützen uns die ganze Saison schon gut. Da kann man nur Danke sagen. Auch nach dem Spiel, ich glaube, ich habe keinen Pfiff gehört, wenn dann vereinzelte, aber das wäre auch okay gewesen nach so einem Spiel. Also da muss man wirklich den Hut ziehen."