Die Gerüchteküche brodelte in den vergangenen Tagen, nun herrscht Gewissheit: Arminia Bielefeld wird zur neuen Saison wieder mit einer U21 in der Oberliga Westfalen an den Start gehen.
Die Bestätigung des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) stand am Mittwochnachmittag noch aus. Doch der Verein hat die Wiedereingruppierung seiner zweiten Mannschaft bereits vermeldet.
Bis 2018 unterhielt Bielefeld bereits eine Oberliga-Reserve, meldete diese dann aus Kostengründen ab. Ein Fehler, wie die Verantwortlichen im Rückblick offenbar erkannten.
"Wir sind sehr glücklich, dass wir künftig wieder mit einer leistungsorientierten U21 am Spielbetrieb teilnehmen werden", sagt der Bielefelder Sport-Geschäftsführer Michael Mutzel in einer Mitteilung. "Für uns ist die Wiedereinführung ein wichtiger, strategischer Baustein, um talentierten Nachwuchsspielern eine Perspektive zu bieten, den Übergang in den Herrenfußball zu verbessern und um die Jungs an den Profibereich heranzuführen. Dafür haben wir intensiv an einem nachhaltigen sowie klaren Konzept gearbeitet und jetzt den passenden Rahmen für eine U21 geschaffen."
In der vergangenen Woche hatte der FLVW die Vereine in einer Videokonferenz über die Pläne informiert. Anschließend genehmigte das Präsidium des Verbandes die Wiedereingruppierung.
Mutzel: "Seit Beginn unserer Überlegungen haben wir eine gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des FLVW. Auch die DSC-Gremien haben das Vorhaben begrüßt und uns bei der Entscheidung zu jeder Zeit unterstützt. Mit der finalen Zusage, dass unsere Mannschaft in der Oberliga Westfalen antreten darf, können wir unsere Planungen für die kommende Saison weiter vorantreiben und in naher Zukunft auch weitere Schritte präsentieren."
Schon vergangene Saison stieß mit dem VfL Bochum eine Profi-U21 in die Liga. Das sorgte damals für ein großes negatives Echo und sogar Klagen. Diesmal sollen die übrigen Vereine moderater reagiert haben. Das dürfte damit zusammenhängen, dass der Verband frühzeitiger und transparenter kommunizierte als im vergangenen Jahr.
Und auch eine Auflage für die Bielefelder dürfte großen Unmut vermeiden. Denn die Arminia darf nach RS-Infos in den kommenden beiden Jahren nicht aufsteigen, auch nicht, wenn sie sich sportlich für die Regionalliga West qualifiziert. Diesen Verzicht erklärten die Verbands-Verantwortlichen zur Bedingung für den Einstieg der Arminia.
Wobei ein Aufstieg aktuell so oder so nicht möglich wäre. Das ginge erst, sobald das Profiteam der Ostwestfalen mindestens in der 2. Bundesliga spielt (aktuell Platz vier und einen Punkt hinter dem Relegationsrang in der 3. Liga).
Fest steht darüber hinaus, dass in der kommenden Saison mindestens 19 Teams in der Oberliga Westfalen an den Start gehen. Je nach Anzahl der Absteiger aus der Regionalliga West könnte sich das Teilnehmerfeld vergrößern.
Doch schon zur Saison 2026/27 soll die Liga wieder aus 18 Teams bestehen. Wie genau das bewerkstelligt werden soll, steht noch nicht fest. Der Verband hat noch keine Auf- und Abstiegsregelung für die kommende Saison veröffentlicht.