Denn ihn traf die Pleite der Nationalelf gleich doppelt hart. Während Millionen Fans den sportlichen K.o. gegen die Spanier verpacken mussten, wurde Mustroph auch noch von seiner Freundin Ana auf den Arm genommen. "Wir haben uns das Finale mit vielen Freunden angesehen", erzählt Mustroph. "Ana war zwar die einzige Spanierin, aber sie hat natürlich ordentlich gefeiert. Ich hätte nicht gedacht, dass eine Person so viel Radau machen kann."
Seit zweieinhalb Jahren sind die Beiden ein Paar und haben jetzt ganz neue Seiten an sich kennengelernt. "Bei ihrer Familie habe ich noch nicht vorbeigeschaut", gibt Mustroph offen zu und schiebt erklärend nach: "Wir haben vor dem Endspiel noch zusammen gegessen und ich habe sie aufgezogen, weil Spanien seit 1964 keinen Titel mehr geholt hatte. Und nun das." Lachend fügt er an: "Der Haussegen ist allerdings besser als vermutet. Ich bin klein-, sie ist vorlaut."
Als vorlaut tituliert der Ex-Bochumer auch die Kritiker, die befürchteten, dass die Mannschaft nach Schulz' Abgang auseinanderbrechen könnte. "Es hat natürlich niemand von uns hingeschmissen", hat Mustroph der abgelaufenen Abmeldefrist auch gelassen entgegen geschaut. "Denn das würde auch nicht zum Charakter dieser Truppe passen. Es ist für uns alle eine neue Herausforderung, denn wir müssen uns neu beweisen. Bislang war es für die Ersatzspieler schwer, ins Team zu kommen. Aber die Karten werden jetzt neu gemischt. Und da hoffe ich, dass es sich positiv auf die Leistung auswirken wird."
Und auch vom neuen Coachgespann Christoph Schlebach und Frank Plewka hat er einen guten, ersten Eindruck. "Die Trainer werden sicherlich in unser Gefüge passen, da machen wir uns keine Sorgen. Dass Christoph sogar seinen Familienurlaub abbricht, zeigt, dass er sich engagiert." Lediglich beim Blick auf die Saisonziele, die der Sportliche Leiter Timur Camci kurz und knapp mit dem Aufstieg umschrieben hat, ist Mustroph noch eher vorsichtig: "Natürlich wollen wir hoch, aber in dem ersten Jahr einer neuen Liga ist es schwer, eine realistische Prognose abzugeben. Ich weiß nicht, wie die Teams aus dem Nordrhein aufgestellt sind. Aber natürlich ist das Ziel, uns zu verbessern."
Und dann kann es ja nur der Sprung nach oben sein. Eine erneut turbulente Phase, die sich für Mustroph anbahnt...