„Wir freuen uns auf die neue NRWLiga, aber für uns zählt nur der Klassenerhalt“, stapelt „Putsche“ bedächtig tief. „Das Niveau dieser Liga lässt nur sehr schwer einschätzen. Für uns ist es wichtig, an die Entwicklung des letzten Jahres anzuknüpfen. Wenn uns dies gelingt, werden wir den Klassenerhalt schaffen. Und wieder schnellen und attraktiven Fußball sehen.“
Trotz dieser Zielvorgabe - auf die Euphoriebremse tritt der Linienchef nicht. „Warum sollte ich? Wir haben uns diese Euphorie hart erarbeitet. Und sie tut der Mannschaft und dem ganzen Verein gut. Die Leute sehen, dass in Wattenscheid etwas zusammengewachsen ist. Das sollten wir fortführen. Aus diesem Grund versuchen wir, die Mannschaft aus der letzten Saison zusammenzuhalten.“
Bis auf vier externe Neuzugänge ist das dem Trainerteam geglückt. Besonderes Augenmerk legte das Duo Helmig/ Schmitt dabei nicht nur auf sportliche Fähigkeiten, sondern auch auf so genannte soft skills. „Alle passen menschlich in die Truppe. Das ist uns wichtig. Wir hatten im Meisterschaftsjahr einen tollen Teamgeist. Das ist ein Faustpfand, auch für die kommende Saison.“
Von den Neuzugängen ist Helmig überzeugt. In der Defensive sollen Niklas Schweer und Michael Dolezych (beide SF Oestrich) für Ruhe und Ordnung sorgen. Helmig: „Niklas ist kopfballstark. Er hat in Oestrich sehr engagiert gespielt. Michael ist erfahrener, hat schon einige Saisons in der Oberliga hinter sich. Ein universell einsetzbarer Teamplayer.“
In der Offensive sollen zukünftig Bulut Aksoy (Wuppertaler SV Bor.) und Vincenzo Burgio (Bor. Dröschede) für reichlich Tore sorgen. Zwei unterschiedliche Spielertypen, die das Trainergespann mit Bedacht ausgwählt hat. „Bulut ist, genau wie Vincenzo, ein Straßenfußballer. Er ist ein Stoßstürmer, den wir schon seit der A-Jugend aus Gladbach kennen. Vincenzo ist mehr der Konterspezialist, der aber auch über die rechte Seite gehen kann.“
Zum 50-jährigen Bestehen des Ruhrbistums findet am Wochenende der „Halleluja-Cup“ in der Wattenscheider Lohrheide statt. Teilnehmer sind die Profi-Teams von Borussia Dortmund, MSV Duisburg und Rot-Weiss Essen sowie NRW-Ligist SG Wattenscheid 09. Der Erlös der Veranstaltung wird dem neuen sozialen Projekt „Gemeinsam gegen Kinderarmut“ des Bistums Essen zur Verfügung gestellt.
Aus der eigenen Jugend stößt Emre Köksal in die erste Mannschaft. Der U19-Kapitän passt haargenau in das Konzept von Helmig, der auch in Zukunft mit jungen Spielern arbeiten möchte. „Emre kennen wir natürlich schon seit einigen Jahren. Er ist in der Defensive sehr universell einsetzbar, ein vielfältiger Spieler mit unglaublichem Entwicklungspotenzial. Er wird sicherlich den Anspruch auf die Stammelf anmelden.“
In der NRW-Liga als Nachfolger der beiden Oberligen zu bestehen, wird eine große Herausforderung für die junge Mannschaft von Dirk Helmig. Ungern erinnert er sich an die Spielzeit 2006/2007, als die 09er unter seiner Regie nur knapp den Klassenerhalt in der damals vierthöchsten Spielklasse verpassten. Helmig übernahm die Mannschaft zur Rückrunde und hatte es nicht einfach. „Die aktuelle Mannschaft ist spielerisch stärker und vor allen Dingen eingespielter. Das ist ein großer Vorteil gegenüber 2006, als 40 neue Spieler zur Lohrheide kamen.“
Der Halleluja-Cup und der Testkick gegen den großen Nachbarn aus Gelsenkirchen ist auch für den Ex-Profi etwas ganz Besonderes. „Als Trainer des Underdogs ist so eine Partie natürlich immer ein Höhepunkt. Man möchte gut aussehen gegen den vermeintlichen Riesen. Die Jungs werden eine Menge lernen und die Kulisse tut ihr übriges. Ein Duell gegen meinen Ex-Klub RWE hat natürlich einen ganz eigenen Reiz für mich.“