"Es haben wieder zwei Minuten gefehlt." Nicht nur Thomas Letsch fühlte sich nach dem 1:1 (0:0) gegen Werder Bremen an das Spiel gegen Mainz erinnert. Wieder hat der VfL Bochum zuhause in der Nachspielzeit einen Sieg aus der Hand gegeben, wieder durch einen abgefälschten Schuss.
"Wenn ich an die Drangphase denke, fällt mir keine Situation ein, wo es gebrannt hat vor dem Tor", so Letsch weiter. "Und am Ende schießt der Gegner aus 20 Metern einen Ball, den Manuel Riemann vermutlich hält, und der Ball wird so abgefälscht, dass er keine Chance hat."
Der Ärger war groß, auch über Schiedsrichter Tobias Stieler. "Im Vorfeld von diesem Tor gab es die ein oder andere Situation, die aus meiner Sicht zweifelhaft war." Dabei ging es Letsch nicht um ein vermeintliches Foul an Matus Bero, der darauf liegen blieb, sondern um eine Szene, die sich wenige Sekunden davor direkt vor seinen Augen abgespielt hatte.
"Aus meiner Sicht war es ein ganz klares Foul an Bernardo, wo es dann den Einwurf gibt. Das sind so ein paar Kleinigkeiten, die mich ärgern." Nach dem Spiel sprach Letsch länger am Mittelkreis mit Schiedsrichter Stieler, wollte auf Nachfrage aber nicht verraten, worum es ging. "Wir haben über Weihnachten geredet und uns ein gutes neues Jahr gewünscht."
Letsch betonte aber: "Jeder kann sich sicher sein, wir fangen bei uns an zu suchen, warum wir das Ding nicht über die Zeit gebracht haben. Wir müssen konsequenter die Chancen, die am Schluss keine Hundertprozentigen werden, sauberer ausspielen." Die Möglichkeiten seien da gewesen.
Insgesamt sei es das erwartete Kampfspiel gewesen. "Hohe Intensität auf beiden Seiten, viele Zweikämpfe und nicht der große Spielfluss und wenig zwingende Torchancen. In der Anfangsphase hatten wir unsere Probleme, da hat uns Werder vor ein paar Aufgaben gestellt. Das haben wir dann immer besser in den Griff bekommen."
Nach der Pause wirkte seine Mannschaft deutlich wacher. "In der zweiten Halbzeit wollten wir eine Schippe drauflegen, sind sehr gut rausgekommen und hatten eine starke Phase rund ums Tor." Am Ende haben aber eben besagte zwei Minuten wieder gefehlt.