Es fing mit Darmstadt 98 an. Hier holten sich die Spieler in einer kuriosen Schlussphase gegen Bayer Leverkusen Karte um Karte ab, am Ende fehlten im kommenden Spiel bei den Bayern fünf Stammspieler gelbgesperrt.
Absichtlich? Auf jeden Fall auffällig, auch wenn das niemand zugab. Anders ist das bei Bremens Zlatko Junuzovic. Der bestätigte, dass er sich seine 5. Gelbe Karte extra einhandelte, um gegen die Bayern gesperrt zu sein. 90 Minuten, in denen es für die Bremer im Abstiegskampf in der Regel eh nichts zu holen gibt. Durch die Sperre ist er – genau wie Clemens Fritz – im anschließenden, vielversprechenderen Heimspiel gegen Mainz erholt wieder mit von der Partie. Stellt sich die Frage: Ist das taktisch clever oder grob unsportlich? Theoretisch könnte sogar der DFB ein Verfahren einleiten, weil der Spieler zugegeben hat, dass er sich absichtlich Gelb abholte. Das wäre komplett absurd – aber möglich. Quasi „Mach et, Otze“ reloaded. Frank Ordenewitz hat das 1991 schon gemacht, als ihn eine Gelbsperre für das Pokalfinale gesperrt hätte. Ein Platzverweis hätte er aber vorher im Ligabetrieb ansitzen können. Ordenewitz holte sich nach dem Gelben Karton Rot ab, sein Coach Erich Rutemöller gab zu, dass es Absicht war und „Otze“ wurde für das Pokalfinale gesperrt.
Eine Wiederholung so einer Strafe wäre eine Farce, nur weil ein taktischer Kniff angewendet wird, der im Sinne des Klubs ist. Genau wie ein taktisches Foul während einer Partie. Fußball ist ein knallhartes Geschäft, wo sich jeder Verein dessen bedient, was möglich ist. Und eine absichtliche Gelbsperre gehört dazu, fertig.