Nach elf Spieltagen in der Oberliga Niederrhein zählt der VfB Hilden zweifelsfrei zu den wohl größten Überraschungen. Mit aktuell 25 Zählern steht Platz zwei zu Buche. Nur ein Punkt entfernt vom Spitzenreiter SSVg Velbert und noch einen Zähler besser als der Top-Favorit aus Bocholt. Wir haben uns beim langjährigen Sportlichen Leiter der „Party-Zwerge“, Dennis Lichtenwimmer, mal umgehört.
Platz zwei hinter der SSVg Velbert, Hilden mischt die Spitzengruppe auf. Können Sie das überhaupt schon realisieren?
Ganz ehrlich, seit dem Sieg in Schonnebeck am letzten Mittwochabend schaue ich mir zweimal täglich die Tabelle an und kann es nicht glauben. Das ist einfach nur zu geil. Das macht uns alle so verdammt stolz.
Worin liegt der Grund für den aktuellen Erfolg?
Den genauen Grund kann ich spontan gar nicht nennen. Für uns läuft es seit dem Saisonstart einfach in eine Richtung und das gefällt uns sehr. Die junge Truppe wächst über sich hinaus. Die Abwehr funktioniert endlich. Mit Robin Müller auf rechts, um nur einen Namen zu nennen, läuft es hervorragend. Peter Schmetz (Ehemals Wuppertaler SV, d. Red.) ist zudem hinten drin natürlich eine Konstante.
Wie halten Sie Ihr Team auf dem Boden? Hat sich in den vergangenen Wochen etwas geändert?
Wir werden von allen Seiten angesprochen. Auch von anderen Hildener Vereinen, die mächtig stolz auf uns sind. Es funktioniert einfach super. Wir werden aber nicht abheben, bleiben demütig, so, wie das alle seit inzwischen acht Jahren in der Oberliga von uns gewohnt sind.
Verrückt ist es auch, dass Ihr Trainer Tim Schneider aus der zweiten Mannschaft hochgezogen wurde. Ein ähnlich gutes Händchen wie das, regelmäßig Spieler aus der Jugend hochzubringen?
Ganz sicher. Wir haben in der ersten Corona-Saison drei Stammkräfte an den TVD Velbert verloren, trotzdem konnten wir uns punktuell verstärken und sind ein Team geblieben. Die Anerkennung dafür, besonders in der aktuellen Situation, tut verdammt gut.
Je nachdem, wie lange wir noch auf der Euphoriewelle schweben, können wir das Ziel eventuell später noch auf "Top fünf" korrigieren.
Dennis Lichtenwimmer, Sportlicher Leiter beim VfB Hilden
Am Freitagabend geht es schon weiter. Mit dem SC Düsseldorf-West begrüßen Sie ein Kellerkind an der Hoffeldstraße (19:30 Uhr). Wie motivieren Sie die Mannschaft?
Das wird enorm schwer, denn der SC West steht mit dem Rücken zur Wand und wird am Freitag kratzen und beißen. Doch wir werden dagegenhalten. Wir haben mit West noch eine Rechnung aus der Vorsaison offen, als wir 1:4 verloren haben.
Wie sieht es mit dem Saisonziel jetzt aus? Die Aufstiegsrunde war das Ziel. Das scheint Ihnen jetzt schon fast sicher zu sein.
Nicht ganz. Wir benötigen noch drei Siege für die Aufstiegsrunde. Wenn wir das geschafft haben, haben wir unser Ziel, den Klassenerhalt, erreicht. Wir freuen uns tierisch auf die Duelle mit den ganz Großen. SSVg Velbert, TVD, Kleve und natürlich dem absoluten Favoriten, dem 1. FC Bocholt. Das wird geil und wir sind so gespannt, wie lange wir da oben bestehen können. Unser Etat liegt im Mittelfeld der Liga. Das ist und bleibt auch unser Anspruch. Je nachdem, wie lange wir noch auf der Euphoriewelle schweben, können wir das Ziel eventuell später noch auf "Top fünf" korrigieren. Aber soweit ist es noch nicht.