Horst Steffen, wie läuft die Vorbereitung? Wir haben ja erst eine Woche hinter uns, so weit bin ich ganz zufrieden. Wir haben gute Einzelspieler in unseren Reihen, daraus muss ich jetzt eine Mannschaft formen. Die Jungs sind sehr lernbereit. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir das hinbekommen, was ich sehen möchte. War die Umstufung in die U19 für Sie ein Rückschritt?
Der Verein hat die Wertigkeit der U19 heraufgesetzt und will mit mir längerfristig zusammenarbeiten. Ich kann die Vorstellungen des Vereins nachvollziehen, ich sehe das als Bestätigung meiner Arbeit. Es gibt sicher schlimmere Dinge als die A-Junioren-Bundesliga. Für mich ist es eine ganz tolle Sache zu sehen, wie weit Akteure im Nachwuchs sind und wo sie später landen. Dann kann man auch viel besser beurteilen, wer das Zeug zum Profi hat. Ist es ein Vorteil, dass Sie mit Co-Trainer Reiner Rissel einen alten Haudegen im Nachwuchsbereich an Ihrer Seite wissen? Na klar! Es gibt bestimmte Abläufe, die ich aus unserer Reserve nicht kenne, da unterstützt er mich. Die U19 ist schließlich Neuland für mich, da benötige ich am Anfang Hilfe.
Wo liegen die Hauptunterschiede zwischen der Arbeit mit einer Senioren- und einer Nachwuchsmannschaft? Bei der U19 ist man eben mit jüngeren Leuten zusammen, mit denen muss man mehr sprechen und sich auch um außersportliche Dinge kümmern. Damit hatte ich bei der Reserve eher weniger zu tun. Sie haben ein halbes Dutzend externe Neuzugänge verpflichtet, darunter Kicker aus Stuttgart und Saarbrücken. Hat man im Westen nicht das Standing, um hochtalentierte Akteure zu bekommen? Auch andere haben bundesweit Kicker verpflichtet. Aber wir haben mit Mönchengladbach, Schalke und Dortmund schon eine starke Konkurrenz. Wir müssen uns umschauen. Letztlich muss sich unsere Arbeit herumsprechen. Dadurch erhöht sich vielleicht auch die Chance, dass wir mehrere Jungs aus dem Ruhrgebiet bei uns haben. Was haben Sie sich vorgenommen? Ich will jeden an seine Grenze bringen, dann habe ich meinen Teil als Trainer getan. Ob das Talent reicht Profis auszubilden, das hängt von der Qualität der Akteure ab. Und was trauen Sie Ihrer Truppe zu? Das ist für mich schwer einzuschätzen. Ich habe bisher einen guten Eindruck, aber ich kann es noch nicht in einer Platzierung ausdrücken. Wir werden zunächst schauen, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben und frühzeitig einen Abstand zu den unteren Rängen aufbauen.