Für Franz Beckenbauer ist Ballack trotz der 0:1-Niederlage im EM-Finale gegen Spanien "ein Leader, ein echter Kapitän, Herr im Haus, von allen akzeptiert". In einer ausgeglichenen Mannschaft sei der 31-Jährige, "überragend", sagte der "Kaiser" der Sport-Bild: "Alle anderen sind austauschbar. Das ist nicht abwertend gemeint. Das spricht für den Kader. Es gibt keine Schwachpunkte." Zudem würden Team und Trainer seit vier Jahren zusammenarbeiten und sich blendend verstehen, lobte Beckenbauer weiter: "Es passt alles." Kritischer bewertete dagegen Ballack die Situation. Insgesamt habe die DFB-Auswahl zwar dem Druck bei der EURO standgehalten, meinte der Profi vom FC Chelsea: "Wir sind dabei, eine Siegermentalität zu entwickeln." Allerdings habe man gegen Spanien gesehen, "dass uns noch viel fehlt. Als wir nicht mehr die Kraft und Wucht hatten, merkte man, dass wir technisch und taktisch einiges zu lernen haben."
Er selbst sieht sich trotz des inzwischen zehnten zweiten Platzes in seiner Karriere nicht als Unvollendeter: "Das klingt mir zu dramatisch. Klar hätte ich das Endspiel gern gewonnen. Aber wenn ich's mir recht anschaue, fehlt auch allen anderen Feldspielern in unserem Kader noch ein Titel." Ballack räumte ein, am Ende der EM "ganz schön platt" gewesen zu sein: "So ein Turnier, mit seiner Intensität, mit diesem öffentlichen Fokus, dazu die Verantwortung als Kapitän - das schlaucht unglaublich. Im Finale habe auch ich die letzten Reserven verpulvert."