Es gibt nicht viele Spieler, die seit der Einführung der 3. Liga im Jahr 2008 300 Einsätze oder mehr in dieser Spielklasse absolviert haben.
Patrick Göbel ist nun in diesen illustren Kreis aufgestiegen. Als erst neunter Profi hat er diese Marke geknackt. Beim 1:1 gegen Viktoria Köln vor der Länderspielpause kam der 31-Jährige zur Pause ins Spiel und sicherte sich damit einen Eintrag in den Geschichtsbüchern.
"300 Spiele in Liga 3 - 246 Mal Startelf. Ich freue mich auf noch mehr Spiele in dieser grandiosen Liga", schrieb Göbel in einem Post auf Instagram und dankte seiner Familie - unter anderem seinem Bruder Christoph, mit dem er beim FSV Zwickau einst gemeinsam in der 3. Liga auf dem Rasen stand. "Kurzes Durchatmen und dann geben wir wieder Vollgas für den Klassenerhalt."
Im April 2011 debütierte Göbel in der Spielklasse. Im Alter von 17 Jahren traf er damals mit Rot-Weiß Erfurt auf die zweite Mannschaft des FC Bayern. Anschließend stand er bei FSV Zwickau, Würzburger Kickers, Hallescher FC, KFC Uerdingen und erneut in Zwickau unter Vertrag. Für den FSV absolvierte er die meisten seiner Drittliga-Einsätze (100).
Die Drittliga-Rekordspieler und ihr aktueller bzw. letzter Verein
1. Robert Müller SpVgg Unterhaching 348
2. Tim Danneberg VfL Osnabrück 332
3. Thomas Geyer SSV Ulm 1846 Fußball 331
4. Alf Mintzel SV Wehen Wiesbaden 325
5. Anton Fink Karlsruher SC 324
6. David Blacha SV Meppen 320
7. Markus Schwabl SpVgg Unterhaching 318
8. Marc Heider VfL Osnabrück 314
9. Patrick Göbel Borussia Dortmund II 300
10. Marcus Piossek SV Meppen 299
Im Sommer 2023 folgte der Wechsel zum BVB, in dessen junger Mannschaft er als Führungsspieler vorangehen soll. "Ich habe das Glück, bei einem der größten Vereine Deutschlands zu spielen. Ich trainiere mit den größten Talenten zusammen", sagt er dem Kicker. "Ich bin zehn oder noch mehr Jahre älter als die meisten Mitspieler, bei denen ein anderer Alltag herrscht. Ich stehe jedem immer gerne zur Verfügung und helfe auf und neben dem Platz. Ich fühle mich sehr geehrt, so eine Aufgabe zu haben."
Mit Anfang 30 hat Göbel gute Chancen, im Ranking der Rekordspieler zu klettern. Den achtplatzierten Marc Heider (314 Einsätze) wird er zumindest in dieser Saison nicht mehr überflügeln, dafür reicht die Anzahl der Spieltage nicht mehr aus.
Aber in der neuen Saison hätte Göbel die Chance, bis auf Rang zwei zu klettern. Bis zu seinem Vertragsende im Sommer 2026 stehen insgesamt 47 Spieltage an. Für den eher unwahrscheinlichen Fall, dass der gebürtige Heiligenstädter kein einziges Spiel verpasst, würde sein Rückstand auf den Rekordhalter nur noch eine Partie betragen. Mit 348 Partien steht der inzwischen im Amateurbereich aktive Robert Müller auf Rang eins.