Die Ausgangslage: Den Ausrutscher aus Halle korrigieren und mit drei Punkten die Verfolger auf Distanz halten. Mit dieser Vorgabe schickte Torsten Lieberknecht seine Elf am Sonntag im letzten Heimspiel des Jahres 2019 auf den Rasen. Der Gegner aus München befindet sich im Formtief und reiste als klarer Außenseiter an die Wedau.
Die Abwehr-Misere: Durch die Ausfälle von Lukas Boeder (krank) und Marvin Compper (Aufbautraining) fehlte dem MSV erneut die etatmäßige Innenverteidigung. Eigengewächs Vincent Gembalies verteidigte in der Vorwoche noch neben Arne Sicker, der eigentlich hinten links gesetzt ist. Dessen Position nahm wiederum Lukas Scepanik ein. Da Gembalies dann auch noch kurzfristig das Warm-Up abbrechen musste, gingen Lieberknecht in der Defensive die Alternativen aus. Joshua Bitter rückte nach innen und Flügelspieler Arnold Budimbu half notgedrungen hinten rechts aus.
Der Aufreger: 30 Minuten waren gespielt, als es das erste Mal richtig hitzig wurde. Christopher Richards' überhartes Einsteigen gegen Leroy-Jacques Mickels erhitzte die Gemüter auf der Bank des MSV. Mickels verlor das Gleichgewicht und rauschte über den Asphalt in die Trainerbank. Er blieb unverletzt. Torwarttrainer Sven Beuckert war dennoch nur schwer zu beruhigen. Schiedsrichter Asmir Osmanagic hatte schnell genug von den lautstarken Protesten. Er zückte die Rote Karte und schickte den Ex-Profi auf die Tribüne. Für den Bayern-Verteidiger hatte der Schubser zum Ärger der MSV-Fans gar keine Folgen.
Duisburger Doppelschlag: Man könnte meinen, dass diese Szene der Wachmacher in einer bis dahin zähen Partie war. Denn nur eine Minute nach der Rudelbildung traf Tim Albutat aus fünf Metern zur verdienten Führung. Vincent Vermeij, der das 1:0 glänzend vorbereitete, erhöhte nur fünf Minuten später auf 2:0. Die Zebras schalteten einen Gang zurück.
Bitter(er) Aussetzer: Eigentlich wirkte das 2:0 sicher, bis Sarpreet Singh sich nach 55 Minuten in den Sechzehner bewegte und von Joshua Bitter zu Fall gebracht wurde. Elfmeter! Eine von mehreren durchaus strittigen Entscheidungen des Schiedsrichters. Kwasi Wriedt verkürzte und ließ nur kurzzeitig ein wenig Hoffnung beim FCB aufkeimen. Denn Lukas Scepanik verwertete den Pfosten-Abpraller von Mickels zum 3:1 (67.). Wriedts erneuter Anschluss kurz vor Schluss bewirkte nichts mehr.
Die Konsequenz: Der MSV Duisburg hat die Niederlage aus Halle schnell vergessen gemacht und den Vorsprung auf Relegationsrang drei auf fünf Zähler ausgebaut. Am letzten Hinrundenspieltag geht es für den MSV bei der SpVgg Unterhaching weiter. Danach steht in Großaspach das nächste Duell in der Fremde an.