So einen wie den Holländer bräuchte man doch gar nicht in der Mannschaft, schließlich habe man in Fabian Ernst und Jermaine Jones bereits das beste defensive Mittelfeld der Bundesliga.
Nach 119 Minuten im königsblauen Trikot dürfen sich die Skeptiker eines Besseren belehrt fühlen. Engelaar brauchte nicht lange, um in der Schalker Zentrale schon als Chef anerkannt zu werden. Noch mehr als beim 1:0 gegen die Glasgow Rangers am vergangenen Samstag wusste der EM-Teilnehmer am Dienstag beim 4:1 gegen die Nationalelf des Bahrain zu überzeugen. „Ich übernehme gerne Verantwortung, aber es ist nicht so, dass ich etwas Besonderes tue, um im Mittelpunkt des Spiels zu stehen“, verneint Engelaar nicht, wenn man ihm eine natürlich gegebene Führungsrolle auf dem Platz zuschreibt.
Vor allem seine Spielintelligenz und die fast schon schlafwandlerisch wirkende Sicherheit am Ball sind beeindruckend. Engelaar kann man bisher noch nicht einmal vorwerfen, er schiebe nur das Leder hin und her, verteile Sicherheitspässe über drei Meter. Denn plötzlich sieht er die freie Gasse, schickt Jefferson Farfan wie gegen die Schotten mit einem schönen Pass in die Tiefe oder wird gleich selbst torgefährlich.
Der Freistoßtreffer zum 1:0 nach nur einer Minute gegen den Bahrain zerging Fußball-Feinschmeckern auf der Zunge. „Ja, ich kann auch Tore schießen“, nickte Engelaar. Von wegen Kontrolleur! „Als ich noch weiter vorne gespielt habe, waren es pro Saison acht bis zehn. Seitdem ich aber etwas defensiver aufgestellt werde, ist das nicht mehr meine erste Priorität.“
Die Ansätze sind viel versprechend, ob er und Farfan aber das neue Schalker „Dream-Team“ werden, so weit mag der 28-Jährige noch nicht gehen. „Zu einer Mannschaft gehören immer mehr als nur zwei Spieler. Wenn die anderen nicht so gut drauf sind, verlieren wir“, weiß Engelaar, ohne sagen zu wollen, dass der Rest der Schalker Truppe nichts taugt.