Eine Führung über die Zeit retten. So souverän, wie das Ergebnis letztlich aussieht, verlief die Partie vor 678 Zuschauern im Stadion Rote Erde allerdings nicht. Entsprechend erleichtert fasste BVB II-Coach Theo Schneider seine Gemütslage zusammen: „Dieser Sieg war sehr schmeichelhaft für uns, aber nach dem ‚wie’ fragt in ein paar Tagen niemand mehr.“
Der gut aufgelegte Denis Omerbegovic brachte die BVB-Bubis bereits in der zwölften Minute nach schöner Vorarbeit von Sebastian Hille mit 1:0 in Führung. Die negativen Erfahrungen der letzten Wochen sorgten allerdings dafür, dass in die Aktionen der Borussia keine Ruhe einkehren sollte. Stattdessen übernahm Elversberg die Initiative und kam durch Michael Lehmann zu einigen guten Möglichkeiten aus der Distanz. Doch Lukas Kruse, für den A-Jugendlichen Johannes Focher ins Dortmunder Tor gerückt, hielt seinen Kasten zunächst sauber. „Als wir Mitte der zweiten Hälfte trotz zahlreicher Chancen noch immer keinen Treffer erzielt hatten, wusste ich, dass der BVB irgendwann einen Konter erfolgreich abschließt“, schüttelte SVE-Coach Djuradj Vasic mit dem Kopf, weil er mit seiner Vermutung Recht behalten sollte.
Nachdem Elversbergs Andreas Haas aus kürzester Distanz nur die Latte traf, schlugen die Borussen binnen zwei Minuten durch Yasin Öztekin (68.) und Sebastian Tyrala (70.) gleich doppelt zu. Die Vorentscheidung? Mitnichten, denn die Gäste gaben nicht auf und kamen durch Martin Willmann zum Anschlusstreffer (76.).
„Nach dem Gegentor habe ich zumindest bei mir gespürt, dass die Angst davor da war, den Vorsprung wieder aus der Hand zu geben“, beichtete Hille, der gestern den zu den Profis aufgerückten Uwe Hünemeier als Kapitän vertrat, und atmete dann durch: „Zum Glück haben wir den Sieg über die Zeit gerettet.“
Bedanken konnten sich die Schwarz-Gelben in erster Linie bei Schlussmann Kruse und der Latte, beide retteten gleich mehrfach für die geschlagene Viererkette, in der Marcel Großkreutz und Julian Koch diesmal die Innenverteidigung bildeten.
„Mir war es wichtig, dass die Truppe eine Reaktion zeigt, und das hat sie geschafft, obwohl wir auf fünf Positionen teilweise kurzfristig umstellen mussten“, konnte sich Schneider, der neben Hünemeier auch auf Bajram Sadrijaj verzichten musste, deshalb auch auf die positiven Seiten der 90 Minuten konzentrieren, während Hille mit Blick auf die kommenden Partie beim FSV Ludwigshafen-Oggersheim forderte: „Wir müssen uns vor keinem Gegner in dieser Liga verstecken und sollten deshalb auch am Freitag gewinnen.“