Der 1. FC Lokomotive Leipzig ist das Maß aller Dinge in der Regionalliga Nordost. Läuft alles wie erwartet, dann werden die Sachsen in zwei Aufstiegs-Relegationsspielen gegen den TSV Havelse als Nord-Meister den Drittliga-Aufsteiger ausspielen.
Lok muss jedoch noch einiges erledigen, um in den überregionalen Fußball zurückkehren zu können: Planung und Bau einer Rasenheizung, Erweiterung des Presseturms, Errichtung eines Pressecontainers, Errichtung von zusätzlichen Sitzplätzen, Kosten für Zulassungsverfahren zur 3. Liga, all das steht auf der Liste.
Darum mobilisiert Lok jetzt für ein neu einberufenes "Projekt 3. Liga". "Der 1. FC Lok hat das neue Jahr gleich mit vier Siegen begonnen und grüßt weiter von der Tabellenspitze. Großartig! Wir alle träumen von der Rückkehr auf die bundesdeutsche Bühne. Einige Voraussetzungen müssen allerdings noch geschaffen werden. Eigens dafür hat unser Präsidiumsmitglied und Rechtsanwalt Florian Eichler ein Anderkonto eingerichtet. Ein Anderkonto ist ein treuhänderisches Konto, das uns ermöglicht, eure Unterstützungen transparent zu verwalten", schreibt der Klub.
Davon sollen eben diese Maßnahmen finanziert werden. "Bereits gezahlt wurden dadurch Teile der Erstellung der Zulassungsunterlagen für die 3. Liga durch einen Wirtschaftsprüfer." Zudem werden Einnahmen und Ausgaben transparent online dargestellt.
In den kommenden Wochen und Monaten werde es diverse Aktionen geben. "Jede einzelne Person von euch kann einen Beitrag leisten, sei es durch finanzielle Unterstützung, Teilnahme an unseren geplanten Veranstaltungen oder die Verbreitung unserer Botschaft. Gemeinsam können wir Geschichte schreiben", heißt es abschließend.
Dafür muss Lok aber eben noch durch die Relegation. Ein Ärgernis, gegen das sich fast alle Klubs der Regionalliga Nordost zuletzt gestellt haben. Sie haben drei Alternativen zum bestehenden Modell präsentiert.
Lösungsvorschlag 1: Reduzierung auf vier Staffeln mit direktem Aufstieg
Die derzeit fünf Regionalligen werden auf vier reduziert (Nord, Ost, Süd, West) und gleichzeitig auf 20 Teams pro Staffel aufgestockt. Diese Einteilung, wenn auch nicht exakt nach Himmelsrichtungen benannt, existierte bereits in den 1990er Jahren als drittklassige Regionalliga. Bei dem favorisierten Lösungsvorschlag würde jeder Staffelmeister direkt in die 3. Liga aufsteigen. Zukünftig gebe es dann 80 statt derzeit 90 Regionalliga-Teams in Deutschland.
Lösungsvorschlag 2: Meister-Playoffs mit gerechter finanzieller Verteilung
Die fünf Regionalliga-Meister spielen in einer Playoff-Runde „Jeder gegen Jeden“. Die vier bestplatzierten Teams steigen direkt in die 3. Liga auf. Die Einnahmen aus der Fernsehvermarktung werden gleichmäßig unter allen Regionalligisten verteilt, die an den Playoffs teilnehmen.
Lösungsvorschlag 3: Aufstockung der 3. Liga sowie eine 4-gleisige Regionalliga – zudem bilden die U23-Teams künftig eine separate Liga
Dieser Vorschlag sieht eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Teams bei weiterhin vier Absteigern vor, ergänzt durch eine viergleisige Regionalliga, in der jeder Meister aufsteigt. Gleichzeitig würden die Zweitvertretungen der beiden Spielklassen in einer eigenen U23-Liga zusammengefasst, ähnlich dem Vorbild in England, um den Nachwuchs gezielt zu fördern und die Struktur insgesamt zu optimieren. Dadurch könnten Talente der Topvereine leichter an Dritt- oder Viertligisten verliehen werden.