"Thomas fragte nach meinem Interesse, das ich ihm grundsätzlich signalisierte." Als die Familie wieder festen Boden unter den Füßen hatte, traf man sich in Düsseldorf. Pflipsen: "Wir waren dann schnell klar." Die Bindung besteht bis 2009. "Wenn man gut miteinander klar kommt, ist eine Verlängerung sowieso nie ein Problem." Erst Aida, dann Hafenstraße
Der Ex-Profi leitete bereits am letzten Montag die Trainingsarbeit des NRW-Ligisten. Sein Vorgänger war bekanntlich Michael Kulm, der mittlerweile für die ersten Mannschaft verantwortlich ist. Der zeigt sich angetan, er führte mit dem neuen Kollegen "ausführliche Gespräche" und sieht die Basis für eine weitere "sehr enge Zusammenarbeit zwischen erster und zweiter Mannschaft auch in dieser neuen Konstellation." Der A-Lizenzinhaber definiert diese als "optimal". Pflipsen, 37, bestritt von 1989 bis 1999 197 Bundesligaeinsätze (37 Treffer) für Borussia Mönchengladbach, 1995 wurde er DFB-Pokalsieger (3:0 über den VfL Wolfsburg), nachdem der Cup-Versuch 1992 im Elfmeterschießen (3:4) gegen Zweitligist Hannover 96 scheiterte. Sein Heimatclub ist der SC Rheindahlen, ein "Fohlen" wurde er bereits 1983. "Ich freue mich, jetzt diesen Einstieg zu vollziehen", reibt sich Pflipsen die Hände, "das ist eine gute Sache, ich möchte schließlich etwas tun." Mit einer ambitionierten U23, der man sicherlich als Trainer eine Handschrift verpassen kann. "Das ist nun meine erste ernsthafte Station", nickt Pflipsen. Die C-Jugend-Etappe Rot-Weiß Venn, ein Club in einem Mönchengladbacher Vorort, gab es vorab. Cousin Wolfgang bat um Unterstützung. "Schon damals war es Rot und Weiß", grinst Pflipsen. Nun heißt die Arena NRW-Liga. Ehemals Akropolis
Pflipsens Karriere klang in Liga zwei aus, 77 Mal (11 Tore) war er im Unterbau für für Alemannia Aachen und 1860 München aktiv, die letzte steirische Etappe FC Weißkirchen hat eher keine statistische Bedeutung. Am 29. Mai 2004 kam es zum dritten Pflipsen-Auflaufen im Berliner Olympiastadion mit der Alemannia gegen Werder Bremen (2:3). Vorab machte der Ex-Mittelfeldspieler für zwei Jahre einen Abstecher zur Akropolis und lief für Panathinaikos Athen auf, wurde Vizemeister, agierte in der Champions League und wurde mit Giovanne von Olympiakos Piräus zum besten Ausländer der Liga gekürt.
Alles Vergangenheit, nun heißt das maßgebende Stichwort "Ausbildung". Seiner neuen Truppe wurde er durch Damian Jamro vorgestellt, der die U23 zusammen mit Richard Sobczak auf der Zielgeraden der letzten Spielzeit führte. "Ich habe dann auch noch ein paar Sätze gefunden, ich denke aber, die Auswahl will keine großen Reden hören, wir finden noch genügend Zeit, uns auszutauschen", kündigt Pflipsen an. Das ist notwendig, schließlich wurde der Kader ohne seine Einflussnahme zusammengestellt. "Ich werde ein Profil der einzelnen Akteure herausfinden, sehen, wie sich der Einzelne verhält."
Ein Länderspiel
Auch den Bundesadler trug der ausgebildete Fußballlehrer einmal für 45 Minuten am 13. Juni 1993 als Einwechselspieler in einem Match des Vier-Nationen-Turniers "US-Cup" gegen die USA (4:3 - Bundestrainer war Berti Vogts). Im "Bereich" U15 bis U21 kann Pflipsen auf 40 Länderspiele verweisen. Kulm ist davon "überzeugt, dass besonders unsere jungen Spieler von Kallas Erfahrungen profitieren können.“ Strunz, dem Pflipsen in seiner Karriere häufiger über den Weg lief, spricht von "einem zusätzlichen Baustein für unser vorhandenes, ehrgeiziges Trainerteam." Der Kooperation soll nichts entgegenstehen. Pflipsen: "Als er bei Bayern war, sind wir ein paar Mal aufeinander geprallt." Womit er keine physische Auseinandersetzung meint.
Der Pflipsen-Stempel soll jetzt erfolgen. "Ich bin voller Tatendrang. Schön, dass ich als junger Trainer eine Chance erhalte. Der Eindruck ist bislang auch sehr positiv. Ich werde jetzt herausfinden, zu was die Mannschaft in der Lage ist." Dass die taktische Ausrichtung die Viererkette sein wird, steht fest. Pflipsen: "Das ist gang und gäbe." Wichtig ist für den Vater einer Tocher (Laura wird jetzt eingeschult), dass "sich die Akteure wohl fühlen mit den Vorgaben. Es ist doch die Kunst des Trainers, genau das rauszufinden." Pflipsen wohnt weiter in Mönchengladbach, der Fahraufwand von 75 Kilometern pro Strecke ist überschaubar. Welchen Weg der Gesamtclub geht, noch nicht wirklich. Pflipsen kommt in einer unruhigen Zeit. "Wichtig ist, so eine Situation auch als Chance zu interpretieren, wir haben nun alle unsere Bereiche abzudecken." Pflipsens ist die U23.