Obwohl er in der Oberliga Westfalen zu den prominentesten Kickern zählt, möchte er keinen Sonderstatus für sich reklamieren. Auf die Frage, ob sich die Gegenspieler besonders auf ihn konzentrieren würden, reagiert Bella belustigt. "Das wäre nicht schlimm, dann haben die anderen in der Mannschaft freie Bahn, um sich durchzusetzen", winkt der Ex-Profi ab.
Die Annahme, dass ein Bella allein die Truppe von Trainer Thomas Stratos in die Regionalliga schießen könne, fand schon HSV-Berater Joachim Krug Quatsch. Eine bestimmte Quote hat sich Bella daher auch für seine erste Saison in der vierten Spielklasse nicht vorgenommen. "Wenn ich 20 Tore mache und wir das Ziel nicht erreichen, haben wir nichts davon", betont der Kameruner. "Wichtiger ist, dass ich mal in einer Partie den entscheidenden Treffer erziele."
Auch ein Kracher wie er, der für LR Ahlen 131 Zweitliga-Spiele absolvierte und dabei 37 mal jubeln durfte, muss sich in der rauen Welt der Oberliga erst einmal zurechtfinden. Dass er dort nicht auf Dauer angreifen will, daraus macht er aber kein Geheimnis. "Ich kann noch zwei bis drei Jahre Fußball spielen, möglichst in der Regionalliga oder höher", macht Bella deutlich. "Wer weiß, vielleicht schaffen wir es ja noch mit Hamm. Die beiden Niederlagen zum Auftakt waren dumm, aber wir können genau so gut zweimal gewinnen und sind wieder dran", glaubt Bella.
Seit sechs Jahren lebt er mit seiner Familie - Frau Yvette und den Söhnen Toko (11), Armel (6) und Killian (3) - in Ahlen. Die älteren beiden Jungs sind ebenfalls im Verein, Tko bei Vorwärts und Armel bei Rot-Weiß Ahlen. Vielleicht treten sie ja einmal in die Fußstapfen des Vaters, Papa Cyrille hätte nichts dagegen. Im Alter von 32 Lenzen denkt er noch ausschließlich ein Fußball, was danach kommt, darüber will er frühestens in zwei, drei Jahren nachdenken.