Im dritten schweren Testspiel binnen weniger Tage bezwangen die Niederberger den Regionalliga-Absteiger Rot-Weiss Ahlen verdient mit 3:1 (2:0).
SSVg-Trainer Imre Renji hatte das Spiel auch zur Charakterfrage erhoben. „Er geht für die Spieler darum, den inneren Schweinhund zu überwinden“, erklärte der Trainer, dessen Team unter der Woche bereits beim U19-Bundesligisten VfL Bochum und zuvor gegen den Regionalligisten KFC voll gefordert gewesen war und dabei kämpferisch alles gegeben hatte.
Müde Beine kaum zu bemerken Die Mannschaft bestand den Charaktertest glänzend. Sie mobilisierte nicht nur die letzten Reserven. Sie spielte dabei so schwungvoll und engagiert auf, dass die Zuschauer kaum bemerkten, wie schwer die Beine bei den meisten inzwischen waren. Vielmehr verbreiteten die Velberter viel Spielfreude. „Das sah vor allem in den ersten 60 Minuten richtig gut aus, wir sind sehr dominant aufgetreten“, lobte der erste Vorsitzende Oliver Kuhn. Bereits nach zehn Minuten hätte es leicht 2:0 stehen können.
Denn mit guten Angriffen über die Außen wurde Torjäger Moses Lamidi in Szene gesetzt. Der äußerst agile Ex-Profi machte es jedoch zu schön und scheiterte beim ersten Mal per Hackentrick und beim zweiten Mal per Fallrückzieher. Und die Velberter griffen weiter an. Wieder kam Max Machtemes über die rechte Seite durch, er bediente Aliosman Aydin, der Ahlens Keeper Azmir Alisic aus spitzem Winkel überlistete und zum 1:0 traf.
Das 2:0 erzielte Machtemes dann selbst, nachdem er einen schönen Diagonalball von Massimo Mondello verarbeitet und auch noch einen Gegenspieler ausgetrickst hatte.
Auch in der zweiten Halbzeit hielten die Velberter das Niveau hoch. Ahlen-Keeper Alisic verhinderte mit tollen Paraden gegen Mo Sealiti und gegen Max Wagener zwei weitere Tore. Nach knapp einer Stunde durften dann die ersten drei SSVg-Spieler verschnaufen, Trainer Imre Renji begann mit den erwarteten Auswechslungen, zehn Minuten vor Schluss brachte er noch einmal vier neue Spieler auf einen Streich.
Darauf, dass am Ende gleich sieben neue Leute auf dem Feld standen, führte er auch die Unsicherheiten in der Abwehr zurück, die Ahlen sechs Minuten vor dem Abpfiff zum Ehrentreffer nutzte. Dass sich darüber niemand im Velberter Lager ärgerte, hatte zwei Gründe. Erstens gönnten alle dem Torschützen das Erfolgserlebnis: Es war nämlich Keisuke Ota, der in der vergangenen Saison noch für die Velberter gestürmt hatte.
Zweitens hatte die SSVg selbst ein paar Minuten zuvor bereits ihren dritten Treffer erzielt und damit die Partie schon entschieden. Das Tor machte Robert Nnaji, der nach einem langen Ball von Manuel Schiebener alleine vor dem gegnerischen Keeper ganz cool blieb und einen gelungenen Vortrag der Velberter abrundete. „Das haben wir heute gut gelöst“, fand Trainer Renji.