„1916 – Mein Verein, meine Stadt, meine Liebe“, lautet hingegen das Motto der Spvgg. Erkenschwick, die den Traditionsklub – pünktlich zum 100-jährigen Bestehen – unter diesem Banner in der Vest-Stadt wieder in den Fokus rücken will.
Einige Spieler der Spvgg. dürften sich mit beiden Leitsprüchen identifizieren können. Allen voran Timo Ostdorf, Schalke-Fan durch und durch und seit 2007 ein „Schwicker“. „Sechs Wochen war ich zwischendurch in Hüls, aber da ging es mir zu professionell zu“, blick „Ossi“ mit einem Augenzwinkern auf das Intermezzo vor dreieinhalb Jahren zurück.
Also kehrte er zum Stimberg zurück. Warum nochmal genau? „Hier ist es einfach anders als bei vielen anderen Vereinen. Nach den Spielen gehen die Spieler unserer Gegner oft sofort wieder getrennte Wege. Wir hingegen setzen uns noch ins Vereinsheim und unterhalten uns mit den Fans“, berichtet Ostdorf. Die kennt man als Urgestein natürlich längst persönlich. Aber nicht nur die Verbindung zum ESV-Anhang ist über Jahre gewachsen, auch die innerhalb der Mannschaft. „Obwohl wir uns vier- oder fünfmal in der Woche sehen, unternehmen wir in der Freizeit noch etwas miteinander. Das sagt schon alles“, findet der Publikumsliebling.
Wenn es dann im Frühjahr in Erkenschwick an die Kaderplanung geht, läuft die auch ein bisschen anders ab als anderswo. Bei anderen Klubs setzen sich Trainer und Manager zusammen, vielleicht auch noch ein Sponsor, um Transfers abzuklopfen. Bei der Spvgg. steht ganz oben die Frage: „Passt er in unsere Truppe?“
„Ich fand es damals schon sehr geil“ So hat sich auch die Bande gefunden, die aktuell die Oberliga Westfalen aufmischt und auf Platz zwei überwintert hat. „Man hat als Fußballer ja gewisse ‚Connections‘. So fallen einem dann auch schon die passenden Kandidaten ein“, erklärt Tim Kilian. Der in der kompletten Hinrunde verletzte defensive Mittelfeldmann will aber nicht nur „ein bisschen pöhlen“, sondern mit Ambitionen Amateurfußball betreiben: „Bei uns war es bei fast allen so, dass es für ganz oben nicht mehr gereicht hat und man mittlerweile berufstätig ist.“
Aus gemeinsamen Tagen beim Schalker Nachwuchs kannte Kilian beispielsweise Sebastian Westerhoff. „Wester“ weiß auch noch ganz genau, warum er 2011 nach dreieinhalb Jahren nach Erkenschwick zurückgekehrt ist. „Ich fand es damals schon sehr geil. Den Ausschlag gab Trainer Magnus Niemöller, aber ich kannte auch Nils Eisen und Martin Setzke gut. Dann haben wir noch zwei, drei coole Gespräche geführt und die Sache war klar.“
Dass die Saison für die Schwarz-Roten bisher so hervorragend lief, hat für den Blondschopf auch ganz viel mit dem Teamspirit zu tun: „Das merkt man besonders, wenn es auf dem Platz mal nicht so funktioniert. Wir muntern uns auf, während es Gegner gibt, die dann anfangen, sich anzupflaumen.“