Mit Marc Olschewski, Andree Sabra, Daniel Kristler und Patrick Podwysocki kehren Spieler dem Verein den Rücken, die trotz der enttäuschenden Saison als Leistungsträger unumstritten waren. „Es ist schade, dass einige dem Ruf des Geldes erlegen sind“, zuckt Beleijew mit den Schultern, „aber das können wir nicht ändern. Traurig finde ich es nur, wenn Mannschaften aus unteren Klassen die Leute weglocken können, weil sie einfach mehr zahlen."
Vielleicht war es jedoch nicht nur Mammon, der den Unterschied ausgemacht hat. Immerhin steht der VfB vor einer ungewissen Zukunft. 76 Gegentore und 33 Punkte in der abgelaufenen Saison minus vier Schlüsselspieler – lautet so die Formel Abstieg? Beleijew meint: Nein! „Wir werden abgestempelt und damit können wir leben. Aber wenn ich solche Sprüche höre wie: ‚Das Rot-Weiß Leithe der nächsten Saison’, das finde ich schon schwierig.“
Der Coach glaubt ohnehin, dass die Gründe für die enttäuschende Serie vielschichtig sind. Rückblick: Der Aufsteiger kam ungeschlagen aus der Bezirksliga 15 in die neue Klasse, wo er in der ersten Saison insgesamt 15 Pleiten einstecken musste. „In der Landesliga sind einfach Teams dabei, die ein, zwei Top-Leute haben, die aus keiner Chance ein Tor machen können. Das haben wir unterschätzt. Wir mussten tatsächlich erstmal wieder lernen, zu verlieren. Dabei waren wir zur Winterpause mit 17 Punkten gar nicht mal so schlecht bestückt", erinnert sich Beleijew. "Doch als wir auch diese Partien dann verloren haben, sind wir unten reingerutscht.“ Was den Trainer allerdings positiv stimmt, ist die Wende nach der Pause. „Wir haben nach dem Winter wieder dazu gefunden, auch nach Niederlagen wieder absolut positiv miteinander umzugehen.“
Vom neuen Wir-Gefühl soll sich nun auch möglichst der neu strukturierte Kader beflügeln lassen. Namhafte Verpflichtungen spielen dabei allerdings keine Rolle. „In der Landesliga sind wir sicherlich auf dem unteren Niveau anzusiedeln, aber bei uns ging schon immer sehr viel über den Teamgeist. Natürlich ist es schwer, die Abgänge zu kompensieren. Aber wenn ich mir anschaue, wie in der Vorbereitung alle mitziehen, stimmt mich das schon sehr zuversichtlich.“ Alles andere wäre für den Club ohnehin kaum zu stemmen. „Was einige Spieler für Summen verlangen, ist völlig aus der Welt und das wird es bei uns auch nicht geben. Bevor wir uns verschulden, steigen wir lieber mit Anstand ab.“