Die Mannschaft von Teammanager Luiz Felipe Scolari, der den deutschen Nationalmannschaftskapitän erstmals nach seiner Verletzungspause wieder von Beginn an brachte, ist nun seit Februar 2004 und insgesamt 85 (!) Ligaspielen in Folge an der heimischen Stamford Bridge ungeschlagen.
Diese Serie baute der für Ballack in der 74. Minute eingewechselte Salomon Kalou aus. Dem Stürmer von der Elfenbeinküste gelang mit einem Kopfball der verdiente Ausgleich (80.). Manchester ging nach starkem Beginn durch den Südkoreaner Ji-Sung Park in Führung (18.). In der 55. Minute konnte Teammanager Alex Ferguson erstmals in dieser Saison wieder seinen portugiesischen Stürmerstar Cristiano Ronaldo bringen. Der EM-Teilnehmer hatte die ersten vier Wochen der Saison nach einer Operation am rechten Sprunggelenk pausieren müssen. An der Tabellenspitze musste das weiterhin ungeschlagene Chelsea (11 Punkte) dem Stadtrivalen FC Arsenal weichen, der mit einem 3:1 bei den Bolton Wanderers am Samstag den dritten Sieg in Folge feierte und mit zwölf Punkten an der Spitze steht. Rekordmeister FC Liverpool musste sich am gleichen Tag über ein 0:0 gegen Stoke City und den Schiedsrichter ärgern, der Kapitän Steven Gerrard ein reguläres Tor verwehrte. Die "Reds" stehen punktgleich mit Chelsea auf Rang drei. Manchester steckt mit nunmehr fünf Punkten weiter im unteren Tabellendrittel fest.
42.000 Zuschauer an der Stamford Bridge sahen von Beginn an das erwartete Duell der beiden Fußball-Giganten, die sich am 21. Mai in Moskau im Finale der Königsklasse gegenüberstanden. Damals hatte "ManU" das Elfmeterdrama gewonnen, die Tränen von Michael Ballack sind allen Fans noch bestens in Erinnerung. Manchester dominierte die ersten halbe Stunde deutlich. Danach machte sich Chelsea an die Aufholjagd. Vor Kalous Tor hätten bereits Joe Cole (66.), Nicolas Anelka (73.) oder Ballack (74.) treffen können oder auch müssen. Dazwischen hatte Stürmerstar Wayne Rooney das vorentscheidende 2:0 auf dem Fuß (77.). Tags zuvor unterstrichen die "Top Gunns" des FC Arsenal ihre Meisterambitionen eindrucksvoll. "Im Einzel-Vergleich waren wir auf jeder Position stärker, im Team sogar brillant", sagte Wenger nach dem 3:1 in Bolton sichtlich zufrieden und verteilte für ihn ungewohnte Lobeshymnen: "In unserem Team steckt Kraft, Sicherheit und eine große Autorität."
Obwohl die Gunners im Altersschnitt über eine der jüngsten Mannschaften der Liga verfügen, konnten Spieler wie Cesc Fabregas, Theo Walcott oder Denilson unter Wenger in den letzten Jahren reichlich Spielpraxis sammeln und zu gestandenen Profis reifen. Das Konzept soll in dieser Saison Früchte tragen und möglichst den ersten Meistertitel seit 2004 bringen, so Wenger: "Wir waren schon letztes Jahr nahe dran an Manchester. Der Wille ist da, und ich glaube an unsere Qualität." Nach dem 0:1-Rückstand durch Boltons Kevin Davies (14.) trafen Torjäger Emmanuel Adebayor (22.), der Kameruner Alexandre Song-Billong (24.) und der Brasilianer Denilson (87.).
Rekordmeister Liverpool haderte im Anschluss an die Nullnummer gegen Stoke mit Schiedsrichter Andre Marriner. Der Unparteiische pfiff ein Freistoß-Tor von Kapitän Steven Gerrard nach zwei Minuten wegen einer angeblichen Abseitsstellung zu Unrecht ab - es wäre Gerrards 100. Treffer für Liverpool gewesen. Unterdessen feierte Gianfranco Zola als neuer Teammanager von West Ham United beim 3:1-Sieg gegen Newcastle United einen Einstand nach Maß. Der ehemalige deutsche Nationalspieler Robert Huth verlor derweil mit dem FC Middlesbrough 0:2 beim FC Sunderland.