Die Finanzkrise im europäischen Fußball macht auch vor der italienischen Serie A keinen Halt. Die finanzielle Situation der beiden römischen Traditionsklubs Lazio Rom und AS Rom wird immer bedrohlicher. Die beiden Vereine sind mit Steuerzahlungen arg in Verzug geraten und schulden dem italienischen Fiskus insgesamt fast 200 Millionen Euro. Dies berichtet die Mailänder Wirtschaftstageszeitung Sole 24 Ore in ihrer Mittwoch-Ausgabe. Die Verschuldung der Roma gegenüber den Steuerbehörden kletterte auf 96 Millionen Euro. Lazio ist dem Fiskus noch 101 Millionen Euro schuldig.
Aber nicht nur dem Fiskus sind die beiden Stadtrivalen hohe Summen schuldig. Auch mit der Zahlung der Spielergehälter sind die beiden Klubs in Rückstand. Lazio schuldet seinem Personal noch insgesamt 49 Millionen Euro, AS Rom 45 Millionen Euro.
EU will "Schuldendehngesetz" abschaffen
Die finanzielle Lage der beiden Klubs wird sich weiterhin verschlechtern, sollte die EU die Regierung in Rom zwingen, das so genannte "Schuldendehngesetz" für den italienischen Fußball abzuschaffen. Das im Februar verabschiedete Bilanzgesetz will die italienischen Klubs vor der Pleite bewahren. Demnach haben die Klubs zehn Jahre Zeit bekommen, um ihre durch den Verfall der Spielerpreise in die Höhe geschnellte Schuldenlast in Raten abzuzahlen.
EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hält das Gesetz für verfassungswidrig, da es den europäischen Bilanzregeln widerspreche. Der EU-Kommissar plant für den 11. November die Einrichtung einer Ermittlungskommission, die die Lage überprüfen soll.