Wie man den FC Bayern ärgert, das weiß Kevin Stöger aus seiner Zeit beim VfL Bochum. Im vergangenen Februar besiegte der Revierklub den Rekordmeister völlig überraschend mit 3:2.
Beim umjubelten Sieg an der Castroper Straße war der 31-Jährige der Mann des Tages. Er bereitete das 2:1 vor und erzielte in der Schlussphase das 3:1 per Elfmeter. Auch mit Fortuna Düsseldorf und Mainz 05 hatte er schon gegen die Bayern gepunktet.
Am Samstagabend (18.30 Uhr, RS-Liveticker) trifft Stöger erneut auf die Bayern, diesmal im Trikot von Borussia Mönchengladbach. An Selbstvertrauen scheint es dem Österreicher nicht zu mangeln. "Es ist das Topspiel im Borussia-Park, Samstagabend, Flutlicht. Deswegen freue ich mich extrem", sagt er im Vorfeld in einer Medienrunde.
"Wir wissen, was wir können, wir haben einen Lauf. Ich glaube, Bayern kommt auch nicht gerne zu uns. Die wissen, was in Gladbach abgeht. Vor allem mit den Fans im Rücken sind wir stark, wir brennen alle auf das Spiel", so Stöger weiter. "Wir haben in den letzten Heimspielen dominiert, wir haben souverän gewonnen. Wieso sollen wir nicht auch Bayern schlagen?"
Angriffslustige Aussagen des offensiven Mittelfeldspielers. In der Tat zeigten die Gladbacher im eigenen Stadion starke Auftritte in der Hinrunde, sind dort seit sechs Partien ungeschlagen. Und der Borussia gelang es kurz vor Weihnachten sogar, den Zwei-Spiele-Fluch zu brechen - erstmals seit langer Zeit feierte sie zwei Siege in Serie.
Stöger spielte dabei aber nur eine Nebenrolle. Als Gladbacher Königstransfer gekommen, verlor er im Laufe der Hinserie seinen Stammplatz. An den vergangenen neun Spieltagen gehörte er nur einmal zur Startelf - beim 1:1 gegen den BVB, wo er per Elfmeter zum Ausgleich traf.
In der kurzen Vorbereitung hatte der Nationalspieler Gelegenheit, seine Ausgangsposition zu verbessern. "Ich wusste, worauf ich mich hier einlasse. Ich hätte woanders einen einfacheren Weg gehen können, wo ich bestimmt viel mehr Spielminuten gehabt hätte wie jetzt. Grundsätzlich will ich natürlich immer auf dem Platz stehen, ich will der Mannschaft helfen, deswegen bin ich gekommen", sagt Stöger über seine Situation.
Weiter meint er: "Man hat gesehen, was ich der Mannschaft bringe. Das sieht man an den Statistiken (zwei Tore, drei Vorlagen in 695 Minuten, Anm. d. Red.), die ich trotzdem habe, auch wenn es teilweise nur wenige Spielminuten sind. Der Verein steht für mich aber an erster Stelle, ich bin Teamplayer."
Vielleicht erhält Stöger am Samstag mal wieder eine Chance von Beginn an. Er weiß ja, wie man die Bayern ärgert.