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3:0! Bayer Leverkusen zerlegt Titelverteidiger Bayern München

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Die Spieler von Bayer Leverkusen bejubeln das zwischenzeitliche 1:0 gegen den FC Bayern München.
Die Spieler von Bayer Leverkusen bejubeln das zwischenzeitliche 1:0 gegen den FC Bayern München. Foto: Getty Images

Bayer Leverkusen macht einen großen Schritt Richtung Meisterschaft und schlägt den FC Bayern mit 3:0 (1:0). Gäste enttäuschen maßlos.

Mit großer Verwunderung beobachteten einige der zahlreichen internationalen Pressevertreter, was sich am Karnevalssamstag in der ausverkauften BayArena ereignete. Vor dem Anpfiff des Bundesliga-Spitzenspiels zwischen Bayer Leverkusen und Bayern München schleuderten Fans Süßigkeiten und kleinere Gegenstände auf den Rasen und sorgten dafür, dass die Partie acht Minuten später begann.

„Die DFL hat hier nichts zu Kamellen“, war auf einem Plakat zu lesen. Es war ein weiterer Protest gegen die Investorenpläne der DFL, dieses Mal auf der ganz großen Bühne. In mehr als 200 Ländern wurde der deutsche Liga-Gipfel übertragen.

Sowohl in Deutschland als auch in anderen Teilen der Welt waren die Zuschauer vor den Bildschirmen überrascht darüber, was sie während des Spiels sahen. Denn Tabellenführer Bayer Leverkusen führte den Serienmeister aus München regelrecht vor und untermauerte durch einen 3:0 (1:0)-Sieg gegen den FC Bayern seine Titelambitionen.

Nach elf Meisterschaften in Folge haben die erschreckend schwachen Bayern wohl erstmals ihren Meister gefunden. Das Team von Xabi Alonso war den Gästen in vielen Belangen überlegen. Leverkusen bleibt auch im 31. Pflichtspiel in dieser Saison ungeschlagen und baut den Vorsprung auf die Bayern auf fünf Punkte aus.

Auf Bayern-Trainer Thomas Tuchel kommen Diskussionen zu

Eine heftige Klatsche war es für Bayern-Trainer Thomas Tuchel. Nach diesem Spiel werden die Diskussionen um seine Person Fahrt aufnehmen. Vor dem Anstoß zeigte er sich im Interview bei Sky noch zuversichtlich. „Es fühlt sich an, als wäre das einer dieser Abende, an dem du als Mannschaft und gemeinschaftlich als Club einen nächsten Schritt machen kannst.“ Doch stattdessen machte seine Mannschaft mindestens zwei Schritte zurück. In dieser Verfassung werden Tuchels Bayern in dieser Saison ohne Titel bleiben.

Leverkusen: Hradecky - Stanisic, Tapsoba, Tah, Hincapie - Xhaka, Andrich - Tella (65. Frimpong), Wirtz (90. Hlozek), Grimaldo (90. Puerta) - Adli (82. Hofmann). - Trainer: Alonso

München: Neuer - Upamecano (60. Kimmich), Dier, Kim - Mazraoui, Pavlovic (60. Müller), Goretzka (71. Tel), Boey (81. Guerreiro) - Sane, Musiala (81. Choupo-Moting) - Kane. - Trainer: Tuchel

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Tore: 1:0 Stanisic (18.), 2:0 Grimaldo (50.), 3:0 Frimpong (90.+5)

Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)

In den ersten 15 Minuten sah es danach aus, als würden sich wie erwartet zwei Mannschaften auf Augenhöhe begegnen. Leverkusen überließ den Bayern zunächst den Ball, doch die Gäste konnten keinerlei Gefahr erzeugen. Danach schaltete der NRW-Klub einen Gang hoch, übernahm die Initiative und schlug sofort eiskalt zu.

Ausgerechnet Josip Stanišić traf in der 18. Minute zur Führung. Der Leihspieler der Bayern wuchtete eine Hereingabe von Robert Andrich freistehend ins Netz. Einen aufmerksamen Bayern-Verteidiger suchte man in dieser Szene vergeblich.

Bayer Leverkusen meldet Bayern-Superstar Harry Kane ab

Das war der Startschuss der besten Phase der Gastgeber, die ihr gewohnt druckvolles Offensivspiel aufzogen. Nathan Tella (23.) und Jonathan Tah (24.) hatten weitere Gelegenheiten. Zogen die Leverkusener das Tempo an, kamen die Bayern oftmals nicht hinterher. Auf der anderen Seite ging Alonsos Matchplan ebenfalls auf. Der englische Superstar Harry Kane war komplett abgemeldet, eine Torchance hatte der Rekordmeister in den ersten 45 Minuten nicht. Ein Armutszeugnis für die Bayern.

Nach der Pause kam es aus Sicht der Gäste noch schlimmer. Leverkusen wartete dieses Mal nicht ab, sondern suchte direkt den Weg nach vorne. Und wieder ging alles viel zu schnell für die behäbige Bayern-Defensive. Ein Doppelpass von Alejandro Grimaldo und Tella hebelte die komplette Abwehr aus und Grimaldo ließ Manuel Neuer aus spitzem Winkel keine Chance (50.). Der Nationaltorwart wurde für das Bundesliga-Topspiel rechtzeitig fit, musste aber hilflos dabei zusehen, wie seine Mannschaft von einem besseren Gegner dominiert wurde.

FC Bayern kann keine Gefahr erzeugen

Thomas Tuchel versuchte es anschließend mit einigen Wechseln. Weltmeister Thomas Müller und Joshua Kimmich, den Tuchel überraschend zunächst auf der Bank ließ, kamen nach einer Stunde ins Spiel. Eine Wende konnten auch die deutschen Nationalspieler nicht einleiten. Leverkusen war dem 3:0 in einigen Phasen näher als die Bayern dem Anschlusstreffer.

Der eingewechselte Jeremie Frimpong traf in der 88. Minute noch den Pfosten und hatte dann seinen großen Auftritt. In der 95. Minute traf der Flügelspieler ins leere Bayern-Tor, Manuel Neuer war bei einer Ecke aufgerückt. Bayer Leverkusens lagen sich in den Armen, sie gewannen hochverdient. Nach elf Jahren Bayern-Dominanz sieht es nun so aus, als könnte die Meisterschale am 34. Spieltag erstmals wieder an einen anderen Ort wandern.

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