"Da haben wir keinen Bedarf. Da werden wir definitiv nichts mehr machen", erklärte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel am Rande des zweiten Trainingslagers der Hessen in Tröpolach/Kärnten.
Wegen der Verletzungen von Stammkeeper Markus Pröll (Sprunggelenks-OP) wird zum Saisonauftakt am 17. August gegen Hertha BSC Berlin wohl Ersatztorhüter Oka Nikolov im Kasten stehen. Da sich auch der Genesungsprozess der etatmäßigen Nummer drei, Jan Zimmermann (Rippenbruch), hinzieht, würde auf der Bank der unerfahrene Frank Lehmann sitzen. Der 19-Jährige war erst vor ein paar Wochen vom VfB Stuttgart II gekommen und sollte eigentlich in der Regionalliga-Mannschaft der Frankfurter die Rolle des zweiten Schlussmanns übernehmen. Für Unmut sorgt indes weiterhin der "Fall Caio". Der mit Übergewicht aus seinem Urlaub zurückgekehrte Brasilianer hatte vor ein paar Tagen wegen konditioneller Mängel bereits den zweiten Laktattest abbrechen müssen. "Es ist ein Riesenärgernis, wenn die größte Investition, die wir getätigt haben, sich nicht auf dem Spielfeld wiederfindet. Es ist für alle unerfreulich", schimpfte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen. Die Eintracht hatte im Januar die Vereins-Rekordablösesumme von 3,8 Millionen Euro für den von Palmeiras Sao Paulo gekommenen Mittefeldspieler bezahlt.
Trotz der verfahrenen Situation soll Caio weder verkauft, noch an einen anderen Klub ausgeliehen werden. Bruchhagen: "Daran verschwenden wir keinen Gedanken." Funkel hat derweil angekündigt, dass noch ein Mittelfeldspieler verpflichtet werden soll, "der aus der Defensive kommt und torgefährlich ist". Ein Kandidat soll Zlatan Bajramovic sein. Der am Ende der vergangenen Saison ausgelaufene Vertrag des Bosniers bei Schalke 04 war nicht mehr verlängert worden.