16.01.2018

Essen

Sporthalle "am Hallo" droht gesperrt zu werden

Foto: Griepenkerl

Ein Wasserschaden bringt die Abläufe in der größten Sporthalle Essens durcheinander. Vereine und Zuschauer bangen um den weiteren Spielbetrieb.

Auf den ersten Blick ist das Dilemma nicht zu sehen. Spielfeld und Tribünen der Sporthalle am Hallo wirken gut in Schuss. Doch der Schein trügt. Unter dem Boden brodelt es gewaltig. Genauer gesagt: ein Wasserschaden macht Ärger. Etliche Vereine, darunter die Zweitligisten ETB (Basketball) und Tusem (Handball), fürchten, ihre Heimspielstätte auf unbestimmte Zeit zu verlieren. Für viele Amateurfußballer kommt der Zwischenfall ebenfalls zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Bis Ende Januar sollten in der größten Sporthalle der Stadt die Stadtmeisterschaften ausgetragen werden. Neben den Sportlern könnten tausende Zuschauer vor verschlossenen Türen stehen, wenn die Halle nun gesperrt wird.

Am Dienstag soll sich entscheiden, wie es weitergeht. Die Stadt bestätigte den Zwischenfall, konnte aber bis Montagabend noch nicht sagen, was als nächstes geplant ist: „Im Dezember hat es einen Wasserschaden in der Sporthalle Am Hallo gegeben“, hieß es nur. Ein von der Stadt beauftragtes Gutachterbüro habe sich den Schaden angeschaut, alles weitere werde noch abgestimmt.

Die Zeit drängt aus Sicht der Sportvereine

Aus Sicht der Sportvereine drängt die Zeit. Die Basketballer des ETB hätten schon am Freitag ihr nächstes Heimspiel – gut und gerne 1000 Zuschauer sehen sich ihre Spiele an. Kurzfristig eine Halle mit einer ähnlichen Dimension zu finden, die noch dazu dafür ausgelegt ist, darin Basketball auf Zweitliganiveau zu spielen, könnte schwierig werden. Auch für die Fußballvereine wird es eng. Bis zu 2000 Besucher kommen zu den Stadtmeisterschaften. „Da gibt es eigentlich nur eine Halle, die als Ausweichquartier in Frage kommt, die Grugahalle“, sagt Frank Diederichs, Sprecher des Ausrichters FC Kray. Er betont aber auch, dass damit ein enormer organisatorischer Aufwand verbunden wäre.

Schimmelbefall wird geprüft

Die Vereine drücken die Daumen, dass es zu einer Übergangslösung kommt: Dass die Halle wenn auch nicht für das Training, so doch zumindest für wichtige Spiele geöffnet wird und eine endgültige Sanierung bis zur Sommerpause hinausgezögert werden kann. Wie realistisch das ist, mochte am Montag aber keiner sagen.

Laut CDU-Ratsmitglied Siegfried Brandenburg hat die Pumpe einer Sammelstation unterhalb der Halle Probleme gemacht und zu dem Wasserschaden geführt. Der Sprecher im Ausschuss für Sport- und Bäderbetriebe sagte: „Der Zeitpunkt für die Probleme hätte kaum schlechter sein können. Die Auslastung der Halle ist gerade unglaublich hoch. Ich fürchte, dass die Sportler nun zusammenrücken müssen und die eine oder andere Veranstaltung vielleicht verschoben wird.“

Es gehe nun auch darum, zu prüfen, ob der Wasserschaden womöglich schon zu einer Schimmelbildung in der Halle am Hallo geführt habe.

Autor: Kirsten Simon

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