Der sportliche Abstieg des Henrikh Mkhitaryan geht weiter. Auch im internationalen Wettbewerb kam er für seinen neuen Verein Manchester United nicht zum Zug. Der Mittelfeldspieler, der im Sommer für stolze 42 Millionen Euro vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund zu United wechselte, schmorte 90 Minuten auf der Bank. Beim 0:0 in der Meisterschaft beim FC Liverpool stand er gar nicht im Kader.
Er muss mehr arbeiten, um die Intensität und die Fitness zu erhalten, die er benötigt, um auf einem hohen Level zu spielen
Jose Mourinho über Henrikh Mkhitaryan
Seit seinem schwachen Auftritt Anfang September gegen Manchester City, für den er von seinem Trainer Jose Mourinho öffentlich kritisiert wurde, spielt der armenische Nationalspieler bei den Red Devils keine Rolle mehr. Zwischendurch setzte ihn eine Muskelzerrung außer Gefecht. Nun ist er wieder einsatzbereit, doch auch gegen einen vermeintlich schwachen Gegner wie Fenerbahce vertraute ihm der portugiesische Star-Trainer nicht. Und das, obwohl er sein Team gegenüber dem Liverpool-Spiel auf sieben Positionen veränderte.
Vernichtendes Urteil für den Armenier
Die Begründung lieferte Mourinho bei der anschließenden Pressekonferenz nach. "Wir haben mit Lingard, Mata und Martial gespielt. Ich bin nicht Einstein. Ich kenne kein taktisches System, bei dem man mit vier Flügelspielern gleichzeitig spielen kann", sagte der 53-Jährige. Doch die Nichtberücksichtigung Mkhitaryans hatte nicht nur taktische Gründe. Mourinho schob ein für den ehemaligen BVB-Profi vernichtendes Urteil nach: "Er muss mehr arbeiten, um die Intensität und die Fitness zu erhalten, die er benötigt, um auf einem hohen Level zu spielen. Er muss auf seine Chance warten."
Beim BVB galt der 27-Jährige als äußerst empfindlich und labil. Nach seiner ersten starken Saison hatte Mkhitaryan den BVB in der Sommerpause in Richtung England verlassen. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hatte ihn dafür zuletzt nachträglich kritisiert und eine Rückkehr zu Borussia Dortmund ausgeschlossen. Nun hat er den nächsten Tiefschlag von seinem neuen Verein hinnehmen müssen. Seinen Wechsel hatte sich Mkhitaryan ganz sicher anders vorgestellt.