Darum ging es beim deutschen Meister von 1955 auch darum, nach der zweifelsfrei sehr enttäuschenden 0:2-Schlappe bei Kaiserslauterns Zweitvertretung nach außen Ruhe auszustrahlen. Wie Coach Michael Kulm, wie Thomas Strunz, Boss des Sportlichen Bereichs.
Thomas Strunz, in der Liga werden die Trainer entlassen! Alles ruhig in Essen? Bei uns passiert das nicht.
Rückblick: War das reine Psychologie am letzten Wochenende? Ich würde sagen, das war ein kollektiver Blackout, fast kein Spieler erreichte Normalform. Dazu kam die neue Situation eines erstmaligen Rückstands gegen eine sehr gut organisierte Mannschaft. Wir fanden nicht in das Match, zeigten nicht die Laufbereitschaft, vielleicht auch bedingt durch das Klima. Geduld hatten wir auch nicht.
Alles analysiert?
Das ist deutlich an- und besprochen worden. Ich gehe davon aus, es war ein einmaliger Ausrutscher in dieser Form.
Wie wurde es angesprochen? Man diskutiert darüber, findet heraus, wie es jeder empfunden hat. Es geht um alle möglichen Dinge: Warum waren einzelne Akteure nicht in der richtigen Verfassung? Warum passte es in Mannschaftsteilen nicht? Was sagten die Akteure?
Entscheidend ist, sie beschäftigen sich intensiv damit. Nach den ersten beiden Meisterschaftsmatches und dem Pokalspiel war das Gefühl neu. Die Kommunikation untereinander war sehr lebendig. Die Jungs wollen und werden das natürlich besser machen.
RWE hat kein exklusives Anrecht auf vielleicht überraschende Resultate, oder? Es gibt Ergebnisse, die man nicht erwartet. Dortmund führte 3:0 in Kleve, das Spiel endete aber 3:3. Wie ist das zu erklären? Da waren Profis dabei. Das ist insgesamt ein Lernprozess in der Klasse, man tastet sich noch ab.
Wie in Kaiserslautern? Ein Aha-Erlebnis zu einem frühen Zeitpunkt. Es kann nichts als Selbstverständlichkeit angesehen werden. Das gilt für alle, auch für uns, die nicht auf dem Platz stehen, auch für die Fans. Wir haben in dieser Spielzeit ein hartes Stück Arbeit vor uns. Vor dem Pfalz-Trip herrschte echte Euphorie! Das war ja auch toll, die ist berechtigterweise aufgrund der Arbeit der letzten Wochen da. Automatisch funktioniert es aber nicht, das letzte Wochenende war ein Fingerzeig. Können Sie verstehen, dass einige Clubs jetzt schon panisch werden? Ich möchte mir kein Urteil anmaßen, man weiß nie genau, wie es in diesen Vereinen aussieht. Aber normal ist der Zustand nicht, das nach drei Spieltagen bereits zwei Trainer weg sind, das spricht für ein hohes Maß an Nervosität.