Seit rund zwei Jahren ist Daniel Brinkmann Trainer des SC Wiedenbrück. Der 35-jährige Ex-Profi leistet hervorragende Arbeit an der Rietberger Straße.
Im Vergleich zu den Top-Klubs der Liga besitzt der SCW geringere finanzielle Mittel, kann aber die Großen immer wieder ärgern. Rot-Weiß Oberhausen wurde gar zweimal in dieser Saison geschlagen - 1:0 und 2:1. In Essen spielte Wiedenbrück 0:0, in Wuppertal ebenfalls, nur die Duelle gegen Fortuna Köln und Preußen Münster wurden knapp mit jeweils 0:1 verloren. Kein Wunder also, dass die Arbeit von Brinkmann und seinen Schützlingen in den Fokus geraten ist.
Der einstige Bundesligaspieler ist bis zum 30. Juni 2023 an den SC Wiedenbrück gebunden. Was die Zukunft bringen wird, weiß er auch noch nicht, sagt aber. "Auch ich bekomme mit, dass meine Arbeit wertgeschätzt wird. Das Interesse ist bei dem ein oder anderen Klub geweckt worden. Das ist natürlich ein gutes Gefühl. Aber ich bin in Wiedenbrück glücklich und freue mich auf die Restrunde", sagt Brinkmann, der den Fokus lieber Richtung seiner Mannschaft lenkt, gegenüber RevierSport.
Daniel Brinkmann über…
… den bis zur Winterpause absolvierten Teil der Saison in der Regionalliga West:
"Ich bin mit unserer Performance sehr zufrieden. Gemessen an den Möglichkeiten, die der Verein besitzt, haben wir eine der konstantesten Leistungen in der Liga abgeliefert. Vielleicht sogar die konstanteste Leistung. Besonders gut gefällt mir, dass unsere Jungs an unsere Matchpläne glauben. Sie vertrauen unserem Trainerteam. Das ist auch das A und O. Wenn die Jungs uns nicht abnehmen würden, was wir erzählen, dann hätten wir diesen Erfolg auch nicht. Es gibt aber immer Dinge, die wir besser machen können: mehr Torchancen kreieren, mehr Tore erzielen, die Passqualität kann auch besser werden. Das sind Dinge mit Verbesserungspotential."
… personelle Veränderungen in der Winterpause:
"Daniel Latkowski verändert sich beruflich und wird zum VfL Osnabrück in die Scouting-Abteilung wechseln. Das ist ein Wechsel der schmerzt, weil 'Latte' einige Jahre hier war und wichtig für den Kader ist. Julian Meier wird uns auch verlassen. Wir hatten mit jedem Spieler ein Feedback-Gespräch und hier wussten beide Seiten einfach, dass der Junge zu wenig Spielzeit erhalten hat. Spieler in diesem Alter müssen spielen. Wir haben uns auf eine vorzeitige Vertragsauflösung geeinigt. Julian ist ein guter Junge, dem wir alles Gute wünschen. Spieler wie Bjarne Pudel, Tim Böhmer oder Lukas Demming haben sich natürlich in den Fokus gespielt und sind begehrt. Aber ich glaube nicht, dass uns jemand im Winter verlassen wird. Sie fühlen sich pudelwohl, wollen auch nicht weg. Mit einigen Jungs befinden wir uns auch in aussichtsreichen Gesprächen über eine Vertragsverlängerung. Man merkt einfach an den Scouting-Anfragekarten, dass wir uns da eine kleine Visitenkarte erarbeitet haben und unsere Spieler interessant sind. Das freut und macht uns auch stolz. Das ist immer eine Bestätigung der Arbeit. Zum Thema Zugänge kann ich verraten, dass wir nach einem Achter, einem flexiblen Mittelfeldspieler Ausschau halten."
… die Ziele für 2022:
"Wir sind nicht vermessen und glauben auch nicht, dass wir jetzt jede Halbserie 33 Punkte holen werden. So machen wir das nicht! Mir geht es viel um Haltung, um die Spielidee, da können wir uns noch verbessern. Wir können sicherlich auch mutiger agieren. Das sind alles Entwicklungsprozesse, die sicherlich auch Zeit benötigen. Das ist unsere Idee von der Rückrunde. Wenn wir uns aber am Ende weiterentwickeln und zudem wieder 33 Punkte erreichen, dann wehren wir uns auch nicht dagegen."
… die Vorbereitung (Trainingsstart, Trainingslager, Testspiele):
"Wir werden kein Trainingslager beziehen. Am 4. Januar starten wir, am 6. Januar treffen wir auf den SC Verl und am 15. Januar geht es dann gegen Rot-Weiß Oberhausen."