Der Alltag in der Kreisliga A verläuft derzeit eher unspektakulär für den Tusem Essen. Licht und Schatten wechselten sich zu Saisonbeginn stets ab für die Elf von Trainer Kevin Busse; auf überzeugende Siege folgten zum Teil unnötige Niederlagen. Tabellarisch schlägt sich dieser Umstand mit einem Platz im Mittelfeld des Tableaus nieder, momentan rangiert man dort nach sieben Spieltagen auf Platz sieben.
Im Kreispokal dagegen zeigen die Essener in der noch jungen Spielzeit ein völlig anderes Gesicht. Denn dort steht man nach drei Erfolgen mittlerweile überraschend im Halbfinale. Und man kann nicht behaupten, dass die Roten den Zuschauern in den jeweiligen Partien nicht Einiges an Spektakel geboten hätten.
Elfmeterschießen zum Auftakt
In Runde eins schien die Pokalsaison bereits wieder beendet zu sein für den Tusem, der Gegner SG Essen-Schönebeck lag kurz vor Schluss mit 1:0 in Front. Kurz vor Ablauf der Nachspielzeit wurde dem Busse-Team jedoch ein Elfmeter zugesprochen; Joker Sascha Jaaks verwandelte nervenstark zum Ausgleich. Verlängerung.
Dort gerieten die Roten abermals in Rückstand, erneut stand das Aus kurz bevor. Doch wieder schlug der Turn- und Sportverein Essen-Margarethenhöhe in allerletzter Minute zurück. Kurz vor Ablauf der Verlängerung drückte Kapitän Colin Hartmann das Leder über die Linie und sicherte so das Elfmeterschießen. Hier schließlich zeigte sich der Tusem nervenstärker und zog in die nächste Runde ein.
Zwei Bezirksligisten rausgekegelt
Dort wartete mit Bezirksligist SC Phönix eine schwere Aufgabe auf das junge Essener Team - die dieses mittels großem Kampf mit 1:0 für sich entschied – trotz 25 minütiger Unterzahl nach einer Gelb-Roten Karte. Es folgte mit der SG Altenessen der nächste Gegner aus der Bezirksliga. Dort legte die Elf vom Fibelweg dann ihr bisheriges Meisterstück ab.
Nachdem man früh mit 0:2 hinten gelegen hatte und zwischendurch eine Elfmeterchance vergab, wurde im zweiten Durchgang die Partie gedreht. Zehn Minuten vor Ende war es schließlich Tristan Hoppe, der den vielumjubelten Siegtreffer für das Gästeteam erzielte und den Pokaltraum der Essener verlängerte.
Neuausrichtung trägt Früchte
„Die drei Partien waren schon Wahnsinn“, sagt Oliver Schwan mit einem Lachen. Seit zwei Jahren fungiert dieser als stellvertretender Vorsitzender der Fußballabteilung. Bei seinem Amtsantritt sah es nicht gut aus für die erste Fußballmannschaft des Vereins, die damals in der Kreisliga B spielte und ein Jahr zuvor fast abgestiegen war. „Es mussten Veränderungen her“, sagt Schwan.
Die von Frank Rafalski als erstem Vorsitzenden und Schwan eingeleitete Neuausrichtung trug schnell Früchte, ganz zu dessen Überraschung: „Bereits ein Jahr später folgte der Aufstieg in die A-Liga, der eigentlich noch nicht auf der Agenda stand.“
Bezirksliga als mittelfristiges Ziel
Mittlerweile hat sich die erste Mannschaft der Tusem Essen in der Kreisliga A etabliert. Und gefällt durch einen ambitionierten und ansehnlichen Fußball. Das Grundgerüst der Mannschaft sei dabei seit einigen Jahren dasselbe, die meisten der Akteure stammten aus der eigenen Jugend. Diesen Weg wolle man weiter beschreiten, sagt Schwan.
Der Aufstieg ist dabei das mittelfristige Ziel der Essener. Kurzfristig möchte man zunächst einmal den Pokaltraum weiterleben. Die Chancen auf das Finale stehen wohl gar nicht so schlecht - im Halbfinale wartet mit der DJK Adler Union Essen-Frintrop erneut ein Bezirksligist.