"Das Spiel passt uns gar nicht rein. Wir sind nicht in der Form, die wir bräuchten, und körperlich noch nicht so weit wie wir sein müssten. Für die Russen sind die Chancen viel größer als für uns", sagt Trainer Armin Veh.
Der VfB muss 45km südöstlich von Moskau auf seine EM-Teilnehmer Jens Lehmann, Mario Gomez, Thomas Hitzlsperger, Fernando Meira und Ludovic Magnin verzichten. "Es wird ganz schwer", sagt Veh deshalb. Zumal Saturn mitten in der Saison, der VfB aber in der Vorbereitung auf die Bundesliga steht. "Die sind ganz anders trainiert als wir. Ich kann ja nicht auf den UI-Cup hintrainieren und breche dann in der Liga ein", meint Veh.
Dennoch ist das Ziel klar: "Wir wollen in den UEFA-Cup, und da müssen wir eben besser sein als die Russen und auch weiterkommen", sagt Manager Horst Heldt. Einem Erfolg gegen Ramenskoje würde die letzte Qualifikationsrunde im UEFA-Cup folgen, daran würde sich die erste K.o.-Phase anschließen, ehe man in die Gruppenrunde einzöge. So weit mag Veh allerdings noch nicht denken. "Wir wollen zwar da hin, aber finanziell ist das weniger wichtig. Im UEFA-Cup kann man vielleicht ab dem Viertelfinale Geld verdienen, vorher nicht", sagt er. Heldt bestätigt das: "Ich würde nicht sagen, dass bei uns alles zusammenbricht, wenn wir es nicht schaffen."
Ohnehin hat Stuttgart derzeit andere Probleme. Meira denkt mal wieder an einen Vereinswechsel und wurde deshalb unter öffentlichem Getöse als Kapitän abgesetzt. Sollte er den Verein verlassen, gilt der Ex-Hamburger Khalid Boulahrouz als Ersatz-Kandidat.
Auch Pavel Pardo wollte weg, wird nun aber doch bleiben. Die Hängepartie um Wunschspieler Kevin-Prince Boateng dauert indes an. Tottenham Hotspur will den Ex-Berliner verkaufen, der VfB ihn wegen der hohen Ablösesumme aber nur ausleihen. Immerhin machte Vehs Rumpftruppe trotz körperlichen Rückstands zuletzt einen guten Eindruck. Die Generalprobe bei Zweitligist FC Augsburg glückte, der VfB gewann 4:1. Ciprian Marica schaffte einen Hattrick und zeigte, "dass er ein sehr guter Stürmer ist", wie Veh betont. Der Rumäne habe nach einem schwachen ersten Jahr "kapiert, dass er sich anders präsentieren und Gas geben muss". Er wird wohl neben Cacau anstelle des Serben Danijel Ljuboja angreifen.
Auch Neuzugang Jan Simak traf gegen Augsburg, Veh hat viel Freude an dem als schwierig geltenden Tschechen. "So einen Guten musst du für 400.000 Euro erstmal finden", sagt er. Simak will dem VfB bei Saturn zum "Wunschergebnis 1:0" verhelfen. Den Tabellenzwölften der russischen Liga nennt er einen "starken Gegner". "Deshalb", sagt Veh, "geht es für uns auch nur darum, uns irgendwie durchzumogeln."