Der Einschätzung von Ex-Trainer Peter Neururer zufolge wird sich Schalke 04 in der kommenden Saison im Abstiegskampf der Bundesliga behaupten müssen. "Träumereien von Europa gehören komplett ad acta gelegt. Man muss nun realistische Ziele äußern, das war in den vergangenen Jahren häufig das Problem", schreibt der 65-Jährige in einer Kolumne für die "Sport Bild". Das Ziel für die kommende Saison könne nur der Klassenerhalt sein, betont Neururer.
[article=490510]Nach dem Ende der aus S04-Sicht mehr als durchwachsenen Spielzeit hatten die Vorstände Jochen Schneider und Alexander Jobst bereits eine Kurskorrektur angekündigt.[/article] "Jochen Schneider macht es aus meiner Sicht richtig", findet Neururer. "Er verkauft Schalke so, wie die Situation bei Schalke derzeit ist: finanziell am Boden, die sportliche Perspektive mit der Mannschaft ist gleich null. Die Schalker müssen lernen, ein neues Bewusstsein zu schaffen."
Neururer rät Schalke zur Ausgliederung der Profiabteilung
Neururer selbst gilt als bekennender Fan der Knappen und hat seinen Lebensmittelpunkt in Gelsenkirchen. Harte Zeiten erlebte er auf Schalke selbst mit, als er den Verein vor rund 30 Jahren in der 2. Bundesliga trainierte. Er rät den handelnden Personen, "dass man sich so gut es geht konsolidiert, und dann kann der nächste Schritt nur sein, dass man die Ausgliederung der Profimannschaft vollzieht".
Wichtig sei, "dass man die Mitglieder dahingehend nicht überredet, sondern überzeugt. Manche Menschen bei Schalke meinen, dass man nur von der Tradition leben kann, das ist aber absolut falsch."
Neururer glaubt, dass es Schalke als fünftgrößter Klub Europas "mit Sicherheit möglich sein" werde, finanzstarke Investoren zu finden. Sollte all das gelingen, schaut der Fußballlehrer auf lange Strecke positiv in die Zukunft: "Aus meiner Sicht könnte man dann in zwei, drei Jahren davon reden, dass es wieder aufwärts geht."