Eine nüchterne Bestandsaufnahme nach der dritten Auswärts-Klatsche zeigt: RWO ist noch lange nicht in der neuen Klasse angekommen. Natürlich ist es zu früh, das Klassenerhalts-Ziel jetzt schon als utopisch ab zu tun. Aber: Es mehren sich die Alarmzeichen, dass es in der aktuellen Situation schlichtweg nicht reichen könnte. Die Anhaltspunkte:
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RWO-Coach Jürgen Luginger muss mehrere Problemfelder bearbeiten. Foto: firo
Moral: In der Regionalliga schüttelte man sich nach Rückständen einmal und schlug dann eiskalt zurück. In St. Pauli und dem 1:2 in Frankfurt gingen die Köpfe nach unten, eine Reaktion blieb aus.
Die Gegentore: Im vergangenen Jahr bildete die Truppe in der Rückserie ein Bollwerk. Die Dreier- oder Viererkette haute dazwischen, oftmals gab es nur zwei oder drei Szenen, in denen sich Keeper Christoph Semmler auszeichnen konnte. Momentan bräuchte er vier Hände, um die vielen Schüsse auf seinen Kasten abzuwehren. Immer wieder kommen die Gegner viel zu einfach durch die RWO-Reihen. Insbesondere dann, wenn Thomas Schlieter, Daniel Embers, Kim Falkenberg oder Dimitrios Pappas hinten derart wackeln wie bisher.
Die Ausfälle: Das Verletzungspech schlägt fast jede Woche in Oberhausen zu. Speziell Reichert und Felix Luz, als führende Akteure eingeplant, sind nicht gleichwertig zu ersetzen. Zudem sieht man bisher: Nach zwei Aufstiegen scheint bei einigen Kickern das Ende der Fahnenstange erreicht. Oder es dauert einfach wesentlich länger, bis man die nächste nötige Stufe erreichen kann.
Sollte daher der Turbo nicht schnell gezündet werden, eilt die Konkurrenz davon. Speziell wenn man auf das bisherige Programm der Kleeblätter schaut: Die Ligakaliber waren noch nicht dabei, die Favoriten kommen erst noch. Bisher ging es gegen Koblenz, Ahlen, Ingolstadt, Frankfurt, St. Pauli. Alles Teams, die den Blick eher nach unten als nach oben richten. Und wenn sich RWO nicht steigert, drohen teilweise empfindliche Klatschen. Zumal die Liga ihren Torhunger wieder entdeckt hat.
Daher bleibt Coach Jürgen Luginger nicht viel Zeit, um seine Jungs auf Zweitliga-Niveau zu trimmen. Das Scheunentor muss zugenagelt und der Anfang schon in den beiden folgenden Heimpartien gegen Fürth und Augsburg gemacht werden. Denn sonst wird es auch im familiären und beschaulichen Oberhausen ganz schnell ungemütlich. Denn bei allem Zusammenhalt: Nichts ist so vergänglich wie der Erfolg von gestern.