Wobei der Abgang von Calik den Trainer noch wurmt, will er von Schiedsrichter Matthias Anklam (Hamburg) ziemliche Unbarmherzigkeit verspürt haben. "Ich dachte, ich bin im falschen Film. Er sagte, mit mir nicht." In der Halbzeit sah sich Anklam mit Köstner während des Gangs in die Kabine auch konfrontiert, schickte ihn danach auf die Tribüne. "Ich habe ihn nur gebeten, weiterhin unparteiisch zu agieren."
Was Anklam zur Aussortierung reichte. Köstner knurrt etwas von "grober Unsportlichkeit", auch etwas von "Einschüchterung" und "Unfairness", dazu "Anmache", auch etwas von "falscher Darstellung", zusammengefasst reklamiert Köstner für sich, "von Tatsachen" zu sprechen, sich "wehren zu müssen." Alles Formulierungen, die den Verantwortlichen von RWE sicherlich die Haare zu Berge stehen lassen, man könnte meinen, man habe den 55-Jährigen unter dem Tisch noch kräftig angestoßen, sich nicht mit Gott und der Welt anzulegen. Irgendwie rang sich Köstner noch den Satz ab: "Nicht die Fehler beim Schiri zu suchen." Was sicherlich eher produktiv ist.
Fakt ist, Calik schaut zu. "Abwarten, aber warum sollen wir das System ändern?", gibt sich Köstner trotzig. Kandidaten für die Calik-Rolle sind "zum Beispiel Solomon Okoronkwo oder Denis Epstein." Die Aufgabe ist schnell definiert. Köstner: "Dorthin zu gehen, wo es weh tut, genau so spielt ja eigentlich Serkan, der oft genug gefoult wird." Und zweimal zu oft abhob. Köstner: "Denis und Oko sind auf jeden Fall die Jungs, die in erster Linie in Frage kommen."