Kein Wunder, kickt der vielseitige Mittelfeldspieler doch nun schon seit der C-Jugend für die Borussia, unterbrochen nur von einem zweijährigen Gastspiel beim 1. FC Köln. In all den Jahren hat er dabei sowohl gute, wie auch schlechte Zeiten erlebt. Trainer kamen und gingen wieder, nur eines, das blieb weitestgehend konstant: sein Stammplatz in der ersten Elf.
Mit Jürgen Klopp hat nun der vierte Coach in nicht einmal drei Jahren seine Zelte in Dortmund aufgeschlagen, und auch unter dem früheren Mainzer dürfte Kringe wieder zum festen Kern der Mannschaft gehören. Mit seiner kämpferischen und sehr flexiblen Spielweise scheint der 25-Jährige wie geschaffen für das pressende, enorm auf Fitness basierende Konzept des Linienchefs, der sich den gebürtigen Siegener sowohl auf den Außenpositionen als auch im Zentrum vorstellen könnte.
„Ich habe jahrelang als ‚Sechser’ gespielt“, bestätigt der frühere U21-Nationalspieler die Einschätzung seines Chefs, konzentriert sich zunächst jedoch auf seine Aufgaben auf dem linken Flügel: „Mit Dede habe ich schon oft gut zusammengespielt, das passt einfach.“ Die Veränderungen im taktischen Bereich, die Klopp derzeit vornimmt, treffen den fünffachen Torschützen der vergangenen Saison dabei kaum. Auch unter Thomas Doll war es Kringes Aufgabe, direkt auf den gegnerischen Außenverteidiger drauf zu gehen, sobald er die Kugel bekam. Und trotzdem muss auch er sich umgewöhnen: „Jürgen Klopp will, dass wir uns bei gegnerischem Ballbesitz wie eine Ziehharmonika zusammenziehen, um die Räume eng zu machen. Die Viererkette rückt dafür sehr stark auf. Das ist schon etwas Neues für uns.“
Doch nicht nur bei der taktischen Ausrichtung, sondern auch außerhalb des Platzes gab es zuletzt Nachholbedarf beim BVB. Häufig war die Rede davon, in Dortmund würden zu viele brave Kicker ihr Geld verdienen. Der Ex-Akteur der Sportfreunde Siegen verneint dies zwar, gibt aber zu: „Im zwischenmenschlichen Bereichen hatten wir zuletzt sicherlich Probleme.“ Besonders an der Kommunikation soll es dabei gehapert haben. Durch die von Klopp eingeführte Zimmerrotation, insgesamt zweimal wurden die Paarungen ausgelost, und den neu eingerichteten Gemeinschaftsraum sieht Kringe sein Team aber auf dem richtigen Weg: „Wir müssen dahin kommen, dass jeder dem anderen hilft. Klopp versucht uns mit vielen Einzelheiten dort hin zu bringen.“
Doch der Allrounder beschränkt sich nicht darauf, abzuwarten, was beim großen „Schraubendrehen“ unter dem neuen Linienchef herauskommt, er geht selbst voran und übernimmt, auch ohne Kapitänsbinde, Verantwortung: „Ich bin einer von denen, die den Anspruch haben, vorne weg zu gehen. Denn obwohl ich eine an sich ruhige Art habe, gibt es natürlich Momente, in denen ich laut und emotional werde. Das ist ganz wichtig.“