21.05.2018

Pokal-Drama

Siegtor in der 90.! Ben Balla lässt RWO jubeln

Foto: Micha Korb

Rot-Weiß Oberhausen gewinnt das Niederrheinpokal-Finale gegen Rot-Weiss Essen. Yassin Ben Balla entscheidet den Krimi.

Hajo Sommers war sich sicher. „Wir machen das heute, nachdem wir es zuvor zwanzig Jahre verschissen haben“, sagte Rot-Weiß Oberhausens Präsident vor dem Finale um den Fußball-Niederrheinpokal im ARD-Interview. Er sollte Recht behalten: Oberhausen besiegte den Regionalliga-Rivalen Rot-Weiss Essen mit 2:1 (1:0) und gewann den Titel erstmals seit 1998. Yassin Ben Balla erzielte in der 89. Minute das entscheidende Tor.

Die Gastgeber zogen damit in die Hauptrunde des DFB-Pokals ein. Eine Zusatzeinnahme von rund 100 000 Euro hat RWO sicher. Der Klub kann auf ein Erstrundenduell mit Bayern München, Schalke 04 oder Borussia Dortmund hoffen.

Den besseren Start erwischten die Gäste. RWE-Angreifer Kai Pröger sorgte in der Offensive für Wirbel. Zum Leidwesen der Essener Fans fanden seine Hereingaben aber keine Abnehmer (4., 9.).

Oberhausen hatte in der Anfangsphase Probleme, Akzente in der Offensive zu setzen. Dafür konnten die Gastgeber ihre erste gute Chance direkt verwerten: Nach einer Ecke bekam RWE den Ball nicht aus der Gefahrenzone, das nutzte Kai Nakowitsch aus. Mit seinem Flachschuss ließ er RWE-Torwart Robin Heller keine Chance (41.). Für Nakowitsch war es ein besonderer Treffer. Der Innenverteidiger ist gebürtige Essener, in seiner Jugend und seinen ersten drei Seniorenjahren spielte er an der Hafenstraße. Nakowitsch bejubelte den Treffer gegen seinen Ex-Klub euphorisch. Er lief zur Auswechselbank und bejubelte das Tor mit Trainer Mike Terranova.

Beinahe wäre RWE noch vor der Pause der Ausgleich gelungen. In der 45. Minute kam Marcel Platzek aus kurzer Distanz zum Abschluss. Essens Torjäger zielte aber am Tor vorbei.

Besser machte es Kamil Bednarski zu Beginn der zweiten Halbzeit: Im Anschluss an eine Ecke kam der Ball zu Robin Urban. Seinen perfekten Querpass verwertete Bednarski. Der RWE-Angreifer musste den Ball nur noch über die Linie drücken. Es gab leichte Proteste der Oberhausener, weil sie Bednarski im Abseits wähnten. Der Treffer war aber regulär.

RWE blieb am Drücker. Pröger hatte den Führungstreffer auf den Fuß. Robin Udegbe verhinderte mit einer starken Rettungstat den Rückstand (62.). Es wurde jetzt zu einem Privatduell zwischen Oberhausens Torwart und Essens Angreifer: Udegbe war bei einer Hereingabe von Pröger auf dem Posten (71.). Vier Minuten später schloss der RWE-Spieler per Flachschuss ab. Udegbe lenkte den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten (75.).

Als alle sich auf eine Verlängerung eingestellt hatten, traf Ben Balla. Heller konnte den Ball nicht wegfausten. Ben Balla gewann den Zweikampf gegen Timo Brauer, die Essener konnten erst hinter der Linie klären und verloren somit das Spiel.

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