"Wir waren im letzten Jahr im Finale und davor zweimal im Halbfinale. Die Mannschaft spielt konstant auf sehr hohem Niveau und kann den Titel erstmals gewinnen", sagt Ballack vor dem ersten Spiel heute (20.45 Uhr/live bei Premiere) gegen Girondins Bordeaux.
Der 31-Jährige ist nach dreiwöchiger Verletzungspause wieder fit und soll gegen den französischen Vizemeister von Beginn an auflaufen. "Er wird spielen, aber ich weiß noch nicht, ob er 45, 60, oder 75 Minuten lang zum Einsatz kommt", erklärt der brasilianische Chelsea-Teammanager Luiz Felipe Scolari. Ballack hatte wegen einer Mittelfußverletzung auf die Teilnahme an den WM-Qualifikationsspielen der deutschen Nationalmannschaft in Liechtenstein und Finnland verzichten müssen. Auch am vergangenen Samstag beim 3:1-Erfolg bei Manchester City gehörte der Ex-Münchner nicht zum Chelsea-Kader. Sein letztes Spiel für die Blues bestritt er am 24. August gegen Wigan Athletic in der Premier League. Zweiter Rückkehrer neben Ballack ist Didier Drogba. Der Stürmer hat seine Knieblessur auskuriert. Nur Mittelfeldspieler Michael Essien fehlt verletzt, die Ansprüche sind entsprechend hoch.
"Das primäre Ziel ist es, erneut das Finale zu erreichen", sagt Scolari. Im Endspiel der vergangenen Saison unterlag Chelsea erst im Elfmeterschießen gegen Manchester United. Ballack traf in Moskau vom Punkt, Kapitän John Terry scheiterte. "Wir haben uns damals noch in der Kabine geschworen, dass wir den Cup beim nächsten Mal für John holen werden", äußert Abwehrspieler Ricardo Carvalho.
Bei den Buchmachern von bwin ist Chelsea mit einer Quote von 60:10 Topfavorit. Hinter den Blues folgen Real Madrid (65:10), ManU (70:10) und Inter Mailand (75:10), das in Gruppe B Gegner von Werder Bremen ist. Während das Duell von Italiens Pokalsieger AS Rom gegen den rumänischen Champions-League-Neuling CFR Cluj Chelseas Gruppe A vervollständigt, muss Inter bei Panathinaikos Athen ran. Die Nerazzurri bauen beim Griff nach dem ersten Henkelpott seit dem Doppelsieg 1964 und 1965 auf ihren neuen Trainer Jose Mourinho. "Er wird uns in der Champions League weit bringen", betont Präsident Massimo Moratti. Für Ricardo Quaresma, Mancini, Luis Jimenez und Sulley Muntari hat Inter über 50 Millionen Euro bezahlt, Mourinho sieht in den Zugängen den Schlüssel zum Erfolg: "Ich habe, was ich wollte. Jetzt liegt die Verantwortung bei den Spielern und mir."
Neben Ruhm und Prestige steht für die 32 Teilnehmer an der Gruppenphase auch diesmal wieder viel Geld auf dem Spiel. Allein an Prämien sind bis zum Endspielsieg rund 23 Millionen Euro zu verdienen, dazu gibt es je nach Herkunftsland des späteren Siegers bis zu 20 Millionen Euro aus dem Marketingpool.
Geld, das auch die früheren Champion-League-Sieger FC Barcelona und FC Liverpool gerne hätten. Die Spanier treten in Gruppe C gegen Sporting Lissabon an. Lösbar, wäre da nicht der schwache Saisonstart mit einem Punkt und einem Tor aus zwei Spielen. "Wir müssen alles für einen Sieg opfern", sagt Mittelfeldspieler Andres Iniesta. Barca muss ohne den am Knöchel verletzten Ex-Stuttgarter Alexander Hleb auskommen. Liverpool kann bei Olympique Marseille auf Torjäger Fernando Torres und Kapitän Steven Gerrard zurückgreifen, die am vergangenen Samstag beim 2:1 gegen Manchester United zunächst geschont wurden. "Wir fahren guten Mutes nach Marseille", erklärt Teammanager Rafael Benitez. Im zweiten Spiel der Gruppe D treffen der PSV Eindhoven und Schalke-Bezwinger Atletico Madrid aufeinander.