Pinguine-Coach Igor Pavlov mimt dennoch den Ahnungslosen: „Warum sollte das ein besonderes Match sein? Spieler wechseln die Clubs, das ist ganz alltäglich, warum sollten wir uns darüber Gedanken machen?“ Einer, der zumindest selbst lange Zeit gemeinsam mit eben jenen Akteuren die Osteuropa-Fraktion bei den Seidenstädtern bildete, ist dem Club allerdings treu geblieben. Pinguin-Kapitän Herberts Vasiljevs erwartet daher ein Wiedersehen der besonderen Art. Zumindest für die 60 Spielminuten wird der Lette das Privatleben allerdings ausblenden: „Hinterher werden wir uns wahrscheinlich nett unterhalten, aber auf dem Eis sind wir keine Freunde.“
Abseits besteht jedoch nach wie vor Kontakt: „Sie wohnen ja nun nicht besonders weit weg, daher spricht man schon noch ab und zu miteinander.“ Das Spiel sei jedoch kein Thema gewesen, ebenso wenig wie der Fehlstart der Duisburger. „Sicher, man verfolgt insgesamt die Liga, aber wir machen uns keine Gedanken darüber.“ Der Routinier hat die ehrgeizigen Vorgaben von Igor Pavlov bereits verinnerlicht. Dominanz lautet die Devise: „Wir können nicht darauf schauen, was Duisburg macht, sondern wollen unser Spiel aufziehen, dabei müssen wir uns darauf einstellen, dass wir als Favorit in die Partie gehen.“
Eine Konstellation, die nicht unbedingt selbstverständlich ist, schließlich setzten die Pinguine vornehmlich auf Nachwuchs-Akteure, während die Gäste aus dem Ruhrgebiet vor Routine nur so strotzen. „Man muss aber auch auf die Qualität der Spieler achten“, gibt Vasiljevs zu bedenken. „Auch junge Leute können richtig gut sein. Insgesamt muss die Mannschaft einfach passen und das scheint bei uns bislang zu stimmen, während es in Duisburg scheinbar noch nicht so harmoniert.“
Tatsache ist jedenfalls, dass die Seidenstädter mit der maximalen Punkteausbeute aus den bisherigen zwei Saisonpartien aufwarten können, dennoch ist man nicht ganz zufrieden. „Wir haben unsere Auftritte analysiert und wissen, was wir noch besser machen müssen“, erklärt der „Captain“. Natürlich wurde in diesem Zusammenhang auch der kommende Gegner eingehend studiert. Vasiljevs lapidar: „Wir wissen, was wir tun müssen, um Duisburg zu besiegen.“
Zudem dürfte die Truppe voll im Saft stehen, am vergangenen Freitag hatten die Krefelder spielfrei - und nutzten den Tag für eine außergewöhnliche Übungsseinheit: Die Kufencracks bekamen eine Unterweisung in Karate. „Das war vor allem zur Entspannung - wir haben es alle sehr humorvoll aufgenommen.“ Während man in Krefeld also gut gelaunt und entspannt in das rheinische Duell geht, liegen in Duisburg die Nerven schon fast blank. Unterschiedlicher könnte die Stimmung vor dem Derby nicht sein. Bleibt abzuwarten, wer am heutigen Sonntag-Abend zuletzt lacht...