Oft hatte Noah Awassi in seiner Karriere noch nicht die Gelegenheit, über einen eigenen Treffer zu jubeln. Bei der 2:5-Niederlage beim 1. FC Köln II erzielte der 1,91 Meter große Abwehrspieler sein bislang einziges Saisontor für die U23 des FC Schalke 04. Am Samstag beim 2:0 über Fortuna Düsseldorf II war es aber wieder soweit. Der Innenverteidiger war bei einem Freistoß der Königsblauen mit nach vorne geeilt, um seinen Längenvorteil auszuspielen. Nach einem Lattentreffer landete der Ball dann vor seinen Füßen und der gebürtige Dresdner ließ sich die Gelegenheit zum 1:0 aus kürzester Entfernung nicht entgehen. Es könnte sein Abschiedstor für den S04 gewesen sein.
Seinen anschließenden fast ekstatischen Jubel erklärte der Torschütze anschließend mit einem verschmitzten Grinsen so: „Ich wollte den unbedingt machen. Wenn man als Verteidiger mal ein Tor machen kann, ist man natürlich heiß.“ Aber natürlich kam ihm der Treffer auch ganz gelegen. Denn sein Ein-Jahres-Vertrag bei den Königsblauen, zu denen er erst im vergangenen Jahr aus der Regionalliga Nordost vom SV Babelsberg gewechselt war, läuft im Sommer aus und wird nicht verlängert. Awassi gehört zu den sieben Spielern, die Schalke II im Sommer verlassen müssen. Da kann man ein wenig Eigenwerbung gut gebrauchen. „Stimmt“, sagt Awassi und grinst. Der 23-Jährige aus der Jugendabteilung von Dynamo Dresden gehört in der Innenverteidigung zu den absoluten Stammspielern im Team von Trainer Torsten Fröhling. Aber weil er die Altersgrenze erreicht hat und man ihm in Gelsenkirchen einen weiteren Karrieresprung in Richtung Profi-Mannschaft nicht zutraut, muss er gehen. „Ich bin kein U23-Spieler mehr“ erklärte Awassi. Dennoch sei das Jahr auf Schalke kein verlorenes Jahr für ihn gewesen. „Ich bin Leistungssportler, da ist man nie zufrieden. Aber ich denke trotzdem, dass ich mich weiterentwickelt habe. Ich bin dankbar für das Jahr auf Schalke.“
Wo liegt Awassis Zukunft? „Holland käme zum Beispiel in Frage“
Er sei jetzt aber bereit für den nächsten Schritt, für etwas Neues. Dabei könnte er sich durchaus vorstellen, in der jetzigen Spielklasse zu bleiben. Aber es sei noch keine Entscheidung über seine Zukunft gefallen. „Bislang steht noch nichts fest. Ich bin in lockeren Gesprächen und offen für vieles“, meinte Awassi. „Ich würde gerne in der Regionalliga West oder Südwest bleiben. Aber ich kann mir auch die 3. Liga vorstellen oder das Ausland“ Für welches Land er sich erwärmen könne? „Holland käme zum Beispiel in Frage.“ Da trifft es sich vielleicht gut, dass ein Beobachter des niederländischen Eredivisie-Klub Sparta Rotterdam beim Sieg gegen Fortuna Düsseldorf II im Parkstadion war. Vielleicht war es aber auch nur Zufall. Auf jeden Fall hofft Awassi, dass er bald weiß, wohin die Reise für ihn geht. Bislang habe er sich auf die noch laufende Serie konzentriert, aber: „Jetzt geht es zum Ende hin. Natürlich wäre es schön, wenn man dann irgendwann Klarheit hat. Aber ich bin da noch ganz gelassen.“
Auf jeden Fall hofft der Hüne beim letzten Heimspiel der Saison gegen Preußen Münster wieder auf Zuschauer im Stadion. „Das wäre natürlich für uns als Spieler geil. Und wäre ein schöner Abschied für die, die gehen, wenn das letzte Spiel vor Zuschauern stattfinden könnte. Nach RS-Informationen könnten beim Saisonausklang 500 Zuschauer im Parkstadion zugelassen werden, wenn die Inzidenz in Gelsenkirchen bis dahin stabil bei unter 100 bleibt.