Zwar verpassten die Kölner durch eine 2:3-Heimniederlage gegen Carl Zeiss Jena und einen 1:0-Auswärtssieg in Thüringen den Aufstieg in die 3. Liga, doch Wernze könnte schon am Sonntag die polnische Meisterschaft feiern.
Der 69-jährige Gönner der Viktoria hat nämlich auch Anteile beim polnischen Spitzenklub Lechia Danzig. Der Klub, der vom ehemaligen Bundesligaprofi Piotr Nowak trainiert wird, liegt einen Spieltag vor Schluss auf Platz vier - zwei Punkte hinter dem kommenden Gegner und Spitzenreiter Legia Warschau. Danzig müsste am Sonntag beim amtierenden Meister aus der Hauptstadt siegen und darauf hoffen, dass das zeitgleiche Duell des Tabellen-Zweiten gegen den Dritten der Ekstraklasa, Jagiellonia Bialystok gegen Lech Posen, Remis endet. "Wenn wir gewinnen, dann sind wir definitiv im Europapokal. Um Meister zu werden, müsste schon alles passen. Ich werde aber am frühen Sonntag nach Warschau fliegen und den Jungs auf der Tribüne die Daumen drücken", sagt Wernze.
Der DFB muss sich hinterfragen, was er mit dieser Relegation erreichen will. Meiner Meinung nach schürt diese Regelung nur Hass und Aggressionen. Wir haben das doch bei 1860 München oder den Mannheim-Fans in Meppen gesehen. Stellen Sie sich mal vor, wir hätten in Jena das 2:0 geschossen. Dann wären wir da wohl nicht mehr aus dem Stadion gekommen.
Franz-Josef Wernze
Wie brisant das Spiel zwischen Warschau und Danzig ist, zeigen schon die Vorbereitungen auf die Partie. Wernze erzählt: "Die polnische Polizei hat uns erklärt, dass sie nicht für die Sicherheit unserer Mannschaft garantieren kann. Deshalb wird das Team erst am Sonntag nach Warschau fliegen. Eine Übernachtung in der Hauptstadt wäre uns zu gefährlich." Die Hooligans von Legia Warschau gehören zu den gefährlichsten in Europa.
Gefahr ist ein gutes Stichwort. Auch wenn Wernze noch mit Danzig eine Titelchance besitzt, hat er das Scheitern der Viktoria in der Relegation noch nicht ganz verdaut. Der Fruststachel sitzt tief. Die Viktoria war ja im Endeffekt nur an der Auswärts-Torregelung gescheitert. Der Unternehmer knöpft sich gegenüber RevierSport den DFB vor: "Dass der überragende Meister der Regionalliga West nicht aufsteigt, ist schlichtweg ein Skandal. Dasselbe gilt für Elverseberg und Mannheim. Beide Klubs sind jetzt zweimal hintereinander in der Relegation gescheitert. Diese Regelung ist eine Unverschämtheit. Ein Bekannter hat mal gegoogelt und festgestellt, dass es nirgendwo auf der Welt so etwas gibt: Dass Meister nicht aufsteigen. Der DFB muss sich hinterfragen, was er mit dieser Relegation erreichen will. Meiner Meinung nach schürt diese Regelung nur Hass und Aggressionen. Wir haben das doch bei 1860 München oder den Mannheim-Fans in Meppen gesehen. Stellen Sie sich mal vor, wir hätten in Jena das 2:0 geschossen. Dann wären wir da wohl nicht mehr aus dem Stadion gekommen."