Der 24-Jährige hat seine Wohnung in Düsseldorf, doch die Bindung an Velbert besteht allerdings schon seit dreieinhalb Jahren. Denn Freundin Alicia ist hier zuhause. Passend zur Internationalität von Litjens: „Sie ist Halbspanierin.“ Der ehemalige Wuppertaler selbst wurde in Dehiwala geboren, der zweitgrößten Stadt Sri Lankas, ein südlicher Vorort der Hauptstadt Colombo.
Mit acht Wochen verließ Litjens den Inselstaat im indischen Ozean. „Ich wurde in Holland adoptiert.“ So dass die emotionale Beziehung zum ehemaligen Ceylon erst aufgebaut werden musste. Litjens nimmt selbst den Begriff „Heimat“ in den Mund, sagt aber auch, dass „ich natürlich zu 99 Prozent echter Holländer bin“. Auf der Schulter trägt er allerdings die Flagge Sri Lankas als Tätowierung auf der Schulter. „Um zu zeigen, dass die Bindung da ist.“ Im Urlaub besuchte er das Land und ist somit ein Pendler zwischen den Welten. „Das ist doch nachvollziehbar, weil man halt anders als die übrigen Holländer aussieht.“
Ob der dunklen Hautfarbe, auch wenn das im Nachbarstaat durchaus normal ist, schließlich ist das Königreich für seine vielen unterschiedlichen Migranten-Einflüsse und die liberale Einstellung bekannt. „Dort hat man keine Probleme“, erklärt Litjens. „Die hatte ich in Deutschland aber auch nicht.“ Ansatzweise höchstens bei Auswärtsfahrten in Richtung Dresden. Litjens, der bei Roda JC Kerkrade den Sprung von der Jugend zu den Profis schaffte, berichtet: „In Deutschland gibt es eher die Zuwanderung aus Osteuropa und es sind weniger farbige Menschen hier.“
Zur Internationalität des 1,86 Meter-Mannes passt auch das einjährige Engagement bei Falkirk FC (Premiere League Schottland), für den auch ein gewisser Sir Alex Ferguson (ManU) auflief. „Damals war ich zu jung und bekam Heimweh“, erinnert sich Litjens. Was in Velbert ausgeschlossen sein dürfte.
Denn neben dem Fußball kümmert sich der Linksfuß, der auch Anfragen anderer Teams auf dem Tisch liegen hatte, um seine berufliche Zukunft. Er absolviert ein Fernstudium, das ihn für ein weiteres Berufsziel qualifiziert. „Ich möchte zur Polizei nach Holland. Ich bin aus der Regionalliga in die vierte Klasse gegangen, weil man parallel etwas machen muss, um sich abzusichern.“
Verhaften passt ja zum aktuellen Job als Abwehrakteur. Genau wie sein Lieblingsgericht zur Internationalität: „Hollandse Siampot“, grinst Litjens. Eine Art Kartoffelpüree mit Sauerkraut. Litjens: „Das können auch Deutsche ohne Gefahr essen.“