Die meisten hätten von der Albayrak-Mannschaft eine souveräne Oberliga-Saison erwartet. Hatte sich das Team doch in der Rückrunde der Regionalliga gut präsentiert und war am Ende denkbar knapp abgestiegen. Doch es kam anders: Nach 14 Spielen stehen die Ahlener aktuell auf dem zwölften Platz der Oberliga Westfalen.
Für den Sportlichen Leiter Joachim Krug kommt das weniger überraschend: "Man muss nach einem Abstieg vorsichtig sein, da sind schon viele Mannschaften gescheitert, von denen man dachte, die steigen direkt wieder auf. Beispielsweise der FC Kray. Und was ist passiert? Sie sind abgestiegen." Trotzdem will Krug die aktuelle Stimmung nicht beschönigen: "Natürlich sind wir allesamt enttäuscht, das ist ja klar."
Die Probleme der Mannschaft sieht er aber nicht in der Qualität begründet, sondern viel mehr in der Psyche: "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir kein Qualitätsproblem haben, sondern viel mehr ein Kopfproblem", stellt Krug fest und ergänzt: "Die Spieler haben sich noch nicht mit dieser Liga angefreundet, das merkt man ihnen immer wieder an." Die Umstellung von der Regionalliga in die tiefere Spielklasse merke man immer wieder, allerdings will der Sportdirektor dies auch nicht als Ausrede zählen lassen: "Viel mehr muss man den Mannschaften, wie Spitzenreiter FC Kaan-Marienborn ein großes Kompliment machen, wie souverän sie hier durchmarschieren."
Die Probleme der Rot-Weissen zeigten sich auch im letzten Spiel gegen die TSG Sprockhövel: "Es ist enttäuschend, das die Mannschaft nach 30 Minuten aufgehört hat mitzuspielen. Aber so ist das, wenn es eine Klasse tiefer geht, dann denken manche Akteure es reicht auch, wenn man einen Schritt weniger macht. Wir haben das Spiel aber inzwischen auch aufgearbeitet", will Krug nun den Blick nach vorne richten: "Die Winterpause kommt uns sehr gelegen, um uns noch einmal neu zu sammeln. Wir brauchen keine neuen Spieler, die Qualität ist da. Jetzt müssen wir die Kopfprobleme hinbekommen."
Ein Verein wie Rot Weiss Ahlen gehört in die höheren Ligen."
Joachim Krug
Und eine Bilanz für die erste Saison in der Oberliga hat der ehemalige Profi auch schon gezogen: "Wir werden nach oben nichts mehr ausrichten können. Jetzt gilt es, zuzusehen, dass wir nicht noch weiter nach unten abstürzen. Aber das kann nicht das langfristige Ziel sein. Ein Verein wie Rot Weiss Ahlen gehört in die höheren Ligen."