Rückblick: Am 7. Juni 2015 verabschiedete sich der VfB nach einer desolaten Spielzeit als Tabellenletzter aus der Fünftklassigkeit. Der VfB hatte seinen Status der äußerst unbequemen Kampfmannschaft eingebüßt und 22 Pleiten in 34 Spielen kassiert. 20 Punkte fehlten am Ende zum rettenden Ufer.
In der Landesliga stellten sich die Homberger neu auf, entwickelten sich unter Trainer Stefan Janßen zu einer Torfabrik. 90 Treffer standen nach 34 Partien zu Buche – 74 Zähler reichten knapp vor dem 1. FC Kleve (72) zum Meistertitel. Und was kommt jetzt? „Das Saisonziel lautet Klassenerhalt in der Oberliga“, sagt Hombergs Sportlicher Leiter Frank Hildebrandt, „alles andere wäre vermessen.“
Auf den VfB Homberg, der im Vorjahr physisch und spieltaktisch fast allen Kontrahenten überlegen war, wartet nun ein harter Ritt. „So einen Fehlstart wie er uns vor zwei Jahren in der Oberliga passiert ist dürfen wir uns nicht erlauben. Es ist erfahrungsgemäß ganz schwer, einen Punkte-Rückstand durch eine starke Rückrunde aufzuholen“, warnt Hildebrandt, der hofft, „dass wir gut aus den Startblöcken kommen und die Aufstiegseuphorie mit in die neue Serie transportieren.“
Mit Leitwolf Sunay Acar ging eine wichtige Persönlichkeit von Bord. Dazu büßte das Team mit Sergen Sezen, der zum TSV Meerbusch wechselte, einen pfeilschnellen Offensivtrumpf ein. „Das sind natürlich wichtige Leute für uns gewesen. Was die Führungsqualität von Sunay angeht, müssen jetzt Leute, die Mitte 20 sind, nachrücken. Ich denke da an Ogi Cuhaci, Timo Welky oder auch Eric Holz, wenn er sein Verletzungspech abschüttelt“, so der Homberger Funktionär.
Da sowohl Holz, bei dem der Verletzungsherd immer noch nicht lokalisiert zu sein scheint, als auch der vom Wuppertaler SV geholte Neuzugang Burak Yerli (Schambeinentzündung) längerfristig fehlen, haben die Homberger auf dem Transfermarkt noch einmal reagiert. Metin Kücükarslan, vor zwei Jahren noch im Nachwuchsbereich des MSV Duisburg aktiv, heuerte vom Süd-Regionalligisten TSV Steinbach am Rheindeich an. Kücükarslan gilt als giftiger Abräumer im Mittelfeld. In der Innenverteidigung stößt ebenfalls ein Ex-Zebra zum VfB: Collin Schmitt löst seinen Kontrakt beim TV Jahn Hiesfeld auf, weil sich für ihn die Einsatzperspektive bei den Veilchen durch diverse Transferaktivitäten verschlechterte. Hildebrandt: „Collin kann als Innenverteidiger oder auf beiden Außenbahnen in der Kette spielen. Wir sind nach seiner Verpflichtung im Grunde durch mit unserer Kaderplanung. Wir haben jetzt einen 24er-Kader und sind in allen Mannschaftsteilen gut aufgestellt.“
Für Coach Stefan Janßen geht es nun darum, die Puzzleteile zu einer schlagkräftigen Formation zusammen zu basteln. „Die Spielweise werden wir im Vergleich zur Landesliga etwas anpassen müssen. Mit Hurra-Stil wird es in der Oberliga nicht funktionieren, was aber im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass wir unser Fußballspielen einstellen. Die Mannschaft muss sich ein bisschen neu erfinden.“ Der Homberger Sportchef schiebt selbstbewusst nach: „Wir werden uns auch als Aufsteiger nicht kleiner machen als wir sind.“