Nach dem 1:1 des VfB Speldorf beim VfB Frohnhausen gab Bartosz Maslon, Trainer der Mülheimer, RevierSport ein Interview, das hohe Wellen schlug. Der 37-Jährige fühlt sich missverstanden. RS sprach mit Maslon einen Tag nach dem Landesliga-Auftakt an der Raumerstraße.
Bartosz Maslon, hat sich Ihr Ärger eine Nacht nach dem Spiel wieder gelegt?
Na, klar doch. Einige Stunden nach solch einem Spiel sieht die Welt auch wieder ganz anders aus. Ich wollte wirklich niemandem zu nahe treten. Das ist gar nicht meine Art.
Man könnte Ihre Aussagen so interpretieren, dass Sie dem Schiedsrichter eine Spielmanipulation unterstellt haben...
Ja, das hat mich auch gewundert. Ich kann diese Interpretation aber nachvollziehen. Ich muss zugeben, dass ich beim Durchlesen meiner Zitate auch etwas erschrocken war. Das, was man sagt, hört sich oft anders an im Vergleich zu den Worten, wenn man sie liest. Auf jeden Fall war es nie meine Intention, dem Schiedsrichter und seinem Gespann eine Manipulation zu unterstellen. Wir waren kurz nach der 80. Minute einfach nur anderer Meinung.
Dazu stehen Sie auch weiterhin?
Ja. Denn ich habe die Abseitsszene aus meiner Sicht so gesehen, dass es eben kein Abseits war. Der Schiedsrichter hatte eine andere Wahrnehmung. Aber das ist eben Fußball. Viele Meinungen machen das Spiel ja auch so interessant. In dieser Szene habe ich meine Mannschaft und mich einfach ungerecht behandelt gefühlt. Deshalb habe ich auch wohl ein wenig überdreht, auch in der Wortwahl in dieser Szene und nach dem Spiel. Die Rote Karte gegen mich akzeptiere ich.
Dem Schiedsrichter Sebastian Bock unterstellten Sie einen schlechten Charakter. Bleiben Sie bei der Aussage?
Ach, nein. Natürlich nicht. Ich kann den Charakter von Herrn Bock doch gar nicht kennen. Wie gesagt: Ich habe da übertrieben. Mir tut es auch leid, wenn der Schiedsrichter durch den Artikel und meine Wortwahl jetzt im Fokus steht. Das war nicht meine Absicht. Ich war nur mächtig verärgert. Ich habe aller größten Respekt vor jedem jungen Menschen, der Schiedsrichter wird und uns Amateure am Wochenende bei der schönsten Nebensache der Welt begleitet. Jeder gibt sein Bestes und Irren ist schließlich menschlich. Sollte ich dem Schiedsrichter zu nahe getreten sein, dann entschuldige ich mich auf diesem Weg in aller Form bei Herrn Bock.
Glauben Sie, dass Ihnen nach Ihrer Roten Karte Konsequenzen drohen?
Davon gehe ich aus. Dafür gibt es Sportgerichte. Ich werde mich der Konfrontation stellen und meine Sicht der Dinge auch gerne noch einmal vor Gericht erläutern.
Die Fußballwelt ist ja bekanntlich klein: Wie werden Sie sich verhalten, wenn Sie dem Schiedsrichter-Gespann um Sebastian Bock noch einmal begegnen?
Dann werde ich die drei Jungs zu einem leckeren Essen einladen und wir werden ein Bier oder eine Cola, wie die Jungs es mögen, zusammen trinken. Versprochen!