Eine neue, familiäre Gemeinschaft soll dem FC Kray in den kommenden Jahren ein neues Gesicht geben. Trainer Muhammet Isiktas bringt die neue Ausrichtung auf den Punkt: "Wir wollen 'back to the roots'!" Der Wegweiser für die anstehenden Landesliga-Jahre steht also. "Wir sind in den vergangenen zwei Jahren von unserem Weg, junge und hungrige Spieler aus der Umgebung bei uns spielen zu lassen, abgekommen", gesteht Isiktas ein. "Spieler kamen, nahmen ihr Geld und gingen", fehlte es ihm an Identifikation mit dem Verein FC Kray.
Das soll nun anders werden. So krempelt der Deutsch-Türke den Kader komplett um. Mit Torwart Marvin Lippe, Maurice Tavio El Huete und Ilias Elouriachi bleiben dem FCK nur drei Spieler aus der letztjährigen Oberliga-Saison treu. Zusammen mit den Neuverpflichtungen Mohammed Allie (SV Horst-Emscher), Sopita Da Silva (Cronenberger SC), Ioannis Ketsatis (Vogelheimer SV), Julian Bumbullies (VfB Frohnhausen), Andre Söllenböhmer (SV Kray 04), Marius Delker (1. FC Bocholt) und Aykut Türk (YEG Hassel) bilden diese drei Spieler den Stamm der Mannschaft. Passend zum neuen Konzept können alle Neuzugänge schon mit einer Vergangenheit an der Buderusstraße aufwarten und haben teilweise schon unter Isiktas beim FC Kray in der Jugend gespielt.
Aufgefüllt wird der Kader mit A-Jugendspielern der Essener. "80 Prozent der A-Jugendlichen aus meiner alten Mannschaft kommen zu uns hoch", freut sich Isiktas. In der vergangenen Saison führte er die Krayer A-Jugend fast zum Aufstieg in die Junioren-Bundesliga. Eine bittere 0:1-Niederlage gegen den direkten Konkurrenten und späteren Aufsteiger Arminia Klosterhardt verhinderte diesen Erfolg aber (reviersport.de/352502---u19-kray-verpasst-aufstieg-trainer-hadert-pech.html). Isiktas erklärt die Maßnahme: "Wir setzen bewusst auf junge, hungrige, aber auch lernwillige Spieler. Diese Mannschaft soll sich gemeinschaftlich entwickeln." Seine Aufgabe als Trainer sei es nun, den jungen Spielern den Feinschliff für die Senioren zu verpassen. Unterstützen sollen ihn dabei die erfahreneren Spieler. Die sollen die Talente an die Hand nehmen und ihnen die ersten Schritte im Seniorenfußball erleichtern. Elouriachi erklärte schon Mitte Mai: "Das Gesamtkonzept für die neue Saison gefällt mir sehr gut, es erinnert mich sehr an die Zeit vor dem ersten Regionalliga-Aufstieg. An die Zeit der jungen Wilden. Da will ich mithelfen.“
Genau an diese Zeiten wollen sie an der Buderusstraße anknüpfen - auch wenn der Aufstieg in die Oberliga jetzt erstmal kein Thema ist. "Wir werden auf keinen Fall größenwahnsinnig", versichert Isiktas, "wir wollen lernen, uns entwickeln und mittelfristig wieder oben angreifen." Das werde aber langsam und behutsam passieren. Der Trainer weiß auch: "Der Schritt aus den Junioren zu den Senioren ist groß. Da werden genug Fehler passieren. Aber diese sollen die Jungs auch machen, um dann in der Saison darauf wieder ein Stück stärker zu sein." Die folgenden Werte sollen die Marschroute für die kommenden Jahre vorgeben: Spaß, Leidenschaft, Verbundenheit. An vierter Stelle steht dann der Erfolg.