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Berlin und Leipzig als EM-Spielorte im Gespräch
Ukraine hat Probleme bei der Logistik und Infrastruktur

Berlin und Leipzig: Als EM-Spielorte im Gespräch
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Die EM 2012 findet möglicherweise unter Einbeziehung der Stadien in Berlin und Leipzig statt. Vor der mit Spannung erwarteten Sitzung des Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union am Donnerstag und Freitag in Bordeaux wird in Kreisen der UEFA weiterhin spekuliert, dass das Berliner Olympiastadion (Fassungsvermögen 74.400 Zuschauer) und das Leipziger Zentralstadion (45.000) in den Kreis der EM-Spielstätten für die EURO in vier Jahren aufrücken könnten.

Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass sich der europäische Fußball-Dachverband mit Präsident Michel Platini an der Spitze bereits zum jetzigen Zeitpunkt endgültig gegen die Ukraine als Co-Gastgeber aussprechen würde. Der zweite EM-Ausrichter Polen gilt hingegen als sicherer Kandidat für das Endturnier 2012. Die Ukraine hat nach wie vor Probleme bei der Logistik und Infrastruktur sowie beim Stadionbau. "Es gibt keine offizielle Anfrage der UEFA. Das ist Faktum", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach am Dienstag auf Anfrage des Sport-Information-Dienstes (sid). Wie der sid aber aus Kreisen der UEFA erfuhr, wird seit geraumer Zeit darüber nachgedacht, Berlin und Leipzig in den Kreis der EM-Städte zu integrieren. Möglicherweise wird der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auch nicht offiziell als Mitveranstalter der Europameisterschaft auftreten. Nur 1988 war Deutschland bislang Gastgeber einer EM-Endrunde gewesen.

Platini hatte Anfang Juli Polen und die Ukraine bereist. Offensichtlich ist Polen in den Vorbereitungen weiter als die Ukraine, wenngleich die ehemalige Sowjetrepublik in der letzten Woche stolz die Vollendung eines Stadions in Dnjepropetrowsk verkündet hat. Aber Autobahnen, Zugverbindungen, Hotelunterkünfte stellen ein Problem dar. Der UEFA-Boss vermied es jedoch, sich schon jetzt festzulegen.

Möglicherweise spielt Platini auch auf Zeit. Er möchte vielleicht nicht bereits vier Jahre vor dem Turnier den Daumen über eines der Veranstalterländer senken müssen. Sollte dies doch geschehen, dürften Berlin und Leipzig indes erste Anwärter sein, um einzuspringen. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass der Ukraine nochmals strenge Auflagen seitens der UEFA erteilt werden.

Bei der WM 2006 fanden in der deutschen Hauptstadt Berlin sechs Spiele, darunter das Endspiel zwischen Italien und Frankreich, statt. In der Sachsen-Metropole Leipzig wurden fünf WM-Begegnungen ausgetragen. Mitglied im Exko der UEFA ist der ehemalige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder.

Platini hatte im Juli zum Abschluss seiner Inspektionsreise durch Polen und die Ukraine betont, dass die nächsten drei Monate für beide Länder "entscheidend werden". Der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko und Premierministerin Julia Timoschenko hatten laut Platini "mündliche Zusagen" über die gute Weiterentwicklung der Vorbereitungen gegeben. Es wurden Expertengespräche auf allen Ebenen vereinbart. Das Meeting des Exekutiv-Komitees in Bordeaux wird zumindest wichtige Fingerzeige geben, ob die Versprechungen auch eingehalten wurden.

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