Der SC 1920 Oberhausen ist mit einem überzeugenden Sieg in die Bezirksliga-Saison gestartet. 6:0 gewann das Team von Thorsten Möllmann bei Blau-Weiss Oberhausen. Dennoch hat der Trainer ein paar Dinge zu bemängeln. „Ich habe gerade zu Beginn noch einige Fehler gesehen. Besonders über die Gelb-Rote nach 15 Minuten habe ich mich sehr geärgert.“ Serkan Barutcu war der erste Spieler, der in diesem Spiel vorzeitig Duschen geschickt wurde - doch lange nicht der letzte.
Nachdem der Spielclub auch in Unterzahl mit 1:0 in Führung ging, erleichterte Blau-Weiss die Aufgabe. Zwei rote Karten der Heimmannschaft im zweiten Durchgang halfen am Ende zu einem klaren Sieg. David Möllmann, Sohn des Trainers, konnte dabei drei Tore erzielen. „Er wollte seinem alten Verein zeigen, was er wirklich draufhat. Das erste Tor aus 25 Metern genau in den Knick hätten auch drei Torhüter nicht verhindern können“, ist sich der Vater sicher.
Möllmann ist traurig über die Entwicklung bei Blau-Weiss
Nach dem Spiel war die Freude über den Sieg gegen seinen Ex-Klub auch beim Trainer groß. „Als ich dann aber mal zur Ruhe gekommen bin, habe ich mich geärgert. Zweieinhalb Jahre haben wir da etwas aufgebaut und sind sogar in die Landesliga aufgestiegen. Mir fehlt das Verständnis dafür, dass man das so kaputt machen kann.“ Dennoch trat Blau-Weiss für sein Empfinden besser auf als erwartet: „Wenn die sich am Riemen reißen traue ich ihnen Platz acht bis zehn zu.“
Trotz der überzeugenden Leistung will sich der Kult-Coach, der für seine Sprüche bekannt ist, zunächst zurückhalten. „Es warten ja einige darauf, dass der Sprücheklopfer ein paar um die Ohren kriegt“, meint er. „Daher denke ich mir nur: Möllmann, halt die Füße steif. Erst wieder auf die Pauke hauen, wenn du zu 100 Prozent überzeugt bist.“
Das aktuelle Team sei dafür zu unerfahren. „Wir haben eine ganz junge Mannschaft, wo sieben Spieler aus der A-Jugend kommen und jetzt die erste Bezirksliga-Erfahrung sammeln. Denen müssen wir Zeit geben“, meint Möllmann. Besonders für die hohe Trainingsbeteiligung lobt der Coach sein Team. „Es kommen immer 22 Mann zum Training. Die jungen Spieler heizen die Älteren noch mal an.“ Aus seiner Sicht wäre es dennoch ein absolutes Wunder, wenn sein Team am Ende irgendwie unter die besten drei Klubs rutscht.
In der kommenden Woche trifft der SC 20 auf den VfB Bottrop. Die Rollen sieht Möllmann klar verteilt. „Die haben ja schon 50.000€ ausgegeben, da hat die Saison noch nicht angefangen. Bei uns ist das Portemonnaie aus Zwiebelleder. Da kommen einem die Tränen, wenn man reinschaut“, so der Coach.
Autor: Dennis Zaremba