Die Serie von Rot-Weiss Essen aus den vergangenen sechs Spielen liest sich beachtlich. 16 Zähler holten die Essener und kämpften sich damit immer weiter aus der gefürchteten Abstiegszone. Der 1:0-Auswärtssieg im Stadion Rote Erde über die Zweitvertretung von Borussia Dortmund markierte einen weiteren Höhepunkt der Gefühle.
Der RWE-Aufschwung ging auch in Dortmund weiter und fand einen weiteren Grund in Matchwinner Kaito Mizuta. Der Wintertransfer aus den Reihen von Arminia Bielefeld scheint spätestens jetzt voll und ganz angekommen zu sein. Noch gegen den FC Ingolstadt sorgte er für Furore - sowohl spielerisch als auch unabsichtlich als Grund der Rudelbildung.
In Dortmund glänzte der Japaner nach seiner Einwechslung in Minute 64 und riss die Partie an sich. Durch seinen überragenden Schlenzer zum 1:0 (86.) ließ er den Großteil des Stadions beben - sein erster Treffer im rot-weissen Dress.
Dementsprechend gelaunt gab er sich auch in der Mixed-Zone: "Ich fühle mich sehr gut und bin total glücklich. Das ist mein Job, der Mannschaft zu helfen. Zuvor hatte ich schon zwei Großchancen und deswegen musste ich heute einen reinmachen. Am Ende ist das 1:0 dann endlich mein Tor und besser geht es nicht."
Wir laufen in eine englische Woche und es wird sicher zu einer Notwendigkeit auch Spieler zu bringen, die in der zweiten Reihe stehen. Er steht stellvertretend für das, was wir geschaffen haben in den letzten Wochen.
Uwe Koschinat zu Kaito Mizuta
Mizuta und Uwe Koschinat kannten sich bereits bestens aus Bielefeld. Der 53-Jährige ist ein großer Förderer des 24-Jährigen-Offensivspielers. Umso schöner, dass er als Joker aktuell so gut funktioniert.
Der Anspruch des Japaners geht dennoch verständlicherweise in eine andere Richtung: "Als Fußballer möchtest du so viel Zeit wie möglich auf dem Feld stehen. Das Joker-Dasein kenne ich jedoch schon aus Bielefeld und das ist eine meiner großen Stärken. Dennoch will ich unbedingt von Anfang an spielen. Das ist jedoch die Entscheidung des Trainers."
Bei den Leistungen dürfte es Koschinat in Zukunft sicher schwerfallen, den quirligen Stürmer mit einer Jokerrolle zufriedenzustellen. "Aktuell ist es tatsächlich ein Abwägungsprozess, was die Startelf anbelangt. Ein Spieler, der sich die erste Elf aufgrund seiner Leistungen verdient hat, dauerhaft ruhig zu halten, das gelingt nur durch gute Kommunikation. Aus den persönlichen Gesprächen mit ihm habe ich jedoch sehr viel Dankbarkeit entnommen", so der Coach der Stunde.
In Bielefeld musste der Japaner oftmals nur von der Tribüne aus zuschauen. Nun hat sich seine Welt schlagartig ins Positive gewendet. Koschinat konnte auf der Pressekonferenz zwar keine Startelf-Garantie für Mizuta ausgeben, doch es gab einen Fingerzeig: "Wir laufen in eine englische Woche und es wird sicher zu einer Notwendigkeit auch Spieler zu bringen, die in der zweiten Reihe stehen. Er steht stellvertretend für das, was wir geschaffen haben in den letzten Wochen."
Für Mizuta ruft wohl die Startelf und Rot-Weiss Essen ruft bereits die nächste Partie, die entscheidend werden kann für die nahe Zukunft. Am 9. März (19.30 Uhr, RS-Ticker) empfangen die Essener Waldhof Mannheim. Ein ultimativer Fingerzeig, wohin es für RWE geht. Ins Mittelfeld und mit der gewissen Ruhe oder weiterhin das Hängen im eng getakteten Abstiegskampf.